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Moers
ISAR-Zentrale arbeitet rund um die Uhr

Nepal: Zentrale von ISAR Germany arbeitet rund um die Uhr
Das Team nach der Ankunft in Kathmandu FOTO: Isar
Moers. Am Sonntag sind 52 Mitglieder der Hilfsorganisation ISAR Germany zum Hilfseinsatz ins Erdbebengebiet in Nepal gestartet. Koordiniert wird der Einsatz vom Informations- und Lagezentrum der ISAR in Moers. Von Josef Pogorzalek

Seit Samstagmittag laufen im Raum 01.7 der Feuerwache an der Essenberger Straße die Telefone heiß. Hier liegt das Informations- und Lagezentrum der Hilfsorganisation ISAR Germany. Es ist rund um die Uhr besetzt, wenn Mitglieder im Katastropheneinsatz sind. Wie nach dem Erdbeben auf den Philippinen 2013 oder beim Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika 2014. Derzeit sind 52 ISAR-Mitglieder auf dem Weg in das Erdbebengebiet in Nepal. Am Sonntag sind die Ärzte, Pfleger und Sanitäter, Fachleute zur Ortung Verschütteter, Bergungsexperten sowie Hundeführer samt sieben Tieren und 15 Tonnen Material von Frankfurt aus ins indische Neu Delhi geflogen. Von dort soll das Team nach Kathmandu in Nepal weiterreisen. "Wann es weitergeht, wissen wir noch nicht", sagt ISAR-Pressesprecher Simon Pake und nennt die Probleme: Das Wetter sei schwierig, es herrsche ein Nachtflugverbot, auch sei der Flughafen von Kathmandu durch das Beben beschädigt worden.

52 ISAR-Helfer fliegen nach Nepal FOTO: dpa, rwe lof

Eigentlich sei der Transport "stringent durchgeplant" gewesen, sagt Pake, aber dann seien einige Flüge gestrichen worden. Die Organisation eines Fluges nach Kathmandu hält die Männer in der Moerser Einsatzzentrale auf Trab. Sven van Loenhout, Dominik Behet, Christian Esser und Alexander Polutzyn sitzen an einem großen Tisch vor Laptops und telefonieren. "You can call us day and night", sagt Behet ins Headset zu jemandem am anderen Ende der Leitung. Der 27-jährige Student spricht auch spanisch und französisch; damit ist er die ideale Besetzung für die Einsatzzentrale. An einer Tafel an der Wand sind Telefonnummern verzeichnet, darunter die des Deutschen Konsulats in Kathmandu. Auf einem leise gestellten Fernseher laufen Nachrichten. Das Programm von zwei weiteren Sendern wird an eine Wand projiziert. Ein Display zeigt die Zeit in Moers und am Einsatzort an. In Kathmandu ist es knapp vier Stunden später als am Niederrhein.

Fotos: Erdbeben in Asien: Mount-Everest-Basislager verschüttet FOTO: afp, ras/fk

"Wir halten dem Team den Rücken frei", erklärt Pake die Aufgabe der Einsatzzentrale. Per Telefon und Internet hält sie Kontakt zum Helferteam, zu Behörden im In- und Ausland, zu Organisationen oder Fluggesellschaften. "Wir haben auch Zugriff auf das Netzwerk der Vereinten Nationen." Logistische Aufgaben werden ebenfalls von Moers aus gemanagt. Zum Beispiel der Transport von Material, das dem Team hinterhergeschickt werden musste. "Wir haben es von unserem Lager in Hünxe nach Frankfurt-Hahn gebracht, wo es mit einer Cargo-Maschine weggeflogen wird." Die Duisburger Feuerwehr habe für den Transport mehrere Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.

Fotos: Viele Tote bei Erdbeben in Nepal FOTO: dpa, ns bjw

Zahlreich sind die Anfragen von Zeitungen, Rundfunk- und TV-Sendern. Viele regionale Berichterstatter interessieren sich für Kontakte zu ISAR-Helfern aus ihren Verbreitungsgebieten. Längst ist die rein ehrenamtlich arbeitende ISAR nur noch dem Vereinssitz Duisburg nach eine niederrheinische Organisation. Die insgesamt 150 Mitglieder leben über ganz Deutschland verstreut. Zum aktuellen Einsatzteam gehören Helfer aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Schleswig-Holstein. Aus Moers ist der Bergungsspezialist Walter Witalla dabei.

Quelle: RP
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