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Moers
Neue Dramaturgin in Moers

Moers: Neue Dramaturgin in Moers
Moers' neue Dramaturgin Larissa Bischoff freut sich auf "spannendes und unkonventionelles Theater". FOTO: Klaus Dieker
Moers. Larissa Bischoff ist neue Dramaturgin am Schlosstheater in Moers. Die Münsteranerin war in den vergangenen fünf Jahren in der freien Theaterszene in Frankfurt / Main aktiv. Von Anja Katzke

Vor etwa acht Jahren hat sie in Moers "Das Käthchen von Heilbronn" gesehen. "Ich habe damals Barbara Wachendorff begleitet, die ich in Münster kennengelernt hatte und die in Moers schon viele Stücke inszeniert hat", sagt Larissa Bischoff. Dass sie 2016 als Dramaturgin zum Ensemble des Schlosstheaters stoßen würde, hätte sie sich damals nicht träumen lassen. Moers war ihr aber in guter Erinnerung geblieben, und als sie die Ausschreibung las, überlegte die 29-Jährige nicht lange und bewarb sich - obwohl das Engagement an einem festen Haus gar nicht ihr Ziel gewesen sei, erzählt Larissa Bischoff. Bereits während des Dramaturgie-Studiums in Frankfurt hatte sie sich auf freie Projekte und Produktionen konzentriert. "Das Schlosstheater ist zwar eine kleine Bühne, an der aber spannendes und unkonventionelles Theater gemacht wird."

Die junge Dramaturgin stammt aus Münster. In Bochum studierte sie Theaterwissenschaft und Literaturwissenschaften. "Ich hatte zum Ende meiner Schulzeit ein Theaterstück geschrieben, inszeniert und selbst auf der Bühne gestanden. Da habe ich gemerkt, dass ich lieber den Blick von außen auf eine Inszenierung habe, als selbst auf der Bühne zu spielen", erzählt sie. Nach dem Bachelor-Studium in Bochum schloss sie das Dramaturgie-Studium in Frankfurt an. Sie arbeitete in dieser Zeit bereits an verschiedenen Theaterprojekten - am Wiesbadener Staatstheater zum Beispiel. Dort realisierte sie anlässlich des Jahres der Freiheit zum Beispiel auch einen Audio-Walk durch die Innenstadt, bei der es besondere Begegnungen mit Menschen gab. Tanz und Performance sind für Larissa Bischoff wichtige theatrale Elemente, die sie gerne auch am Moerser Schlosstheater ein wenig in den Fokus rücken würde. "Beim Tanz ist die Arbeitsweise ganz anders als beim Sprechtheater." Ihr Ansatz zeichne sich durch die Suche nach Möglichkeiten aus, die zwischen Tanz und Schauspiel sowie Körper und Sprache liegen.

Eine Performance-Arbeit hielt sie auch kurz vor Amtsantritt in Moers in Atem: Für die Ruhrtriennale in Bochum, die unter dem Motto "Zwischen Welten" lief, realisierte sie mit ihrer Kollegin Ksenia Ravvina im Kollektiv eine Performance zum Thema Pubertät. "Es waren zwei Tänzerinnen dabei, von denen eine gesungen hat. Außerdem haben wir 30 Jugendliche auf die Bühne gebracht, die nichts getan haben, als zurückzuschauen." Polarisiert hätten sie mit ihrem Stück. "Einige Leute haben sie angegriffen gefühlt."

Mit Moers verknüpft sie die Hoffnung, dass sie neben ihren organisatorischen Aufgaben hauptsächlich künstlerisch arbeiten wird. "Ich verstehe die Dramaturgie als einen künstlerischen Beruf", sagt Bischoff und schätzt die enge Zusammenarbeit mit der Regie. Die erste Moerser Produktion, an der sie beteiligt ist, ist das neue Kinderstück "Ein Schaf fürs Leben", das Frank Hörner inszenieren wird. Das passt ganz gut: Mit ihrer Schwester als Illustratorin hat Larissa Bischoff schon zwei Kinderbücher veröffentlicht.

Quelle: RP
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