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Moers
Neue Streuobstwiese für Schaephuysen

Moers. Die Gruppe Naturmarkt der IG Schaephuysener Bürger und Vereine pflanzt historische Obstbaumsorten an. Von Sabine Hannemann

Die Sonne scheint, der Frühling steht vor der Tür: Ideales Pflanzwetter für die Mitglieder der Gruppe Naturmarkt der Interessengemeinschaft (IG) Schaephuysener Bürger und Vereine. Sie pflanzte auf der Fläche in Höhe des Regenrückhaltebeckens am Ortseingang von Schaephuysen (L 140) 16 junge Obstbäume. Demnächst wird noch auf dem angrenzenden Ackerstreifen eine Insekten- und Bienenwiese angelegt. "Wir konnten kurzfristig planen", erzählt Gruppensprecher Frank Peifer-Weiß.

Am Wochenende erhielten die über 150 IG-Vereinsmitglieder, organisiert in verschiedenen Arbeitsgruppen, Post mit der Bitte um Mithilfe bei der Pflanzaktion. Über 20 Akteure gingen dann am Dienstag mit Spaten ans Werk, hoben die Pflanzstellen aus. Die Lineg als Grundstückseigentümerin hatte für die Pflanzaktion kurzfristig grünes Licht gegeben.

Schäfermeister Uwe Girndt wird als Pächter mit seiner Schafherde zusätzlich für die extensive Flächenpflege sorgen. Ganz im Einklang mit der dort beheimateten Vogelwelt. Wilhelm Pannenbecker vom Kirschkampshof und Spezialist für historische Obstbaumarten unterstützte die Pflanzaktion. "Wir haben alte, erhaltenswerte Sorten an Kirsch-, Apfel-, Zwetschgen- und Pflaumensorten ausgewählt", sagt der Fachmann. Namen von Süßkirschen wie Büttners Rote Knorpelkirsche, Schneiders Späte und Kordia fallen. Die Sorte "Früheste der Mark" versorgte bereits die Berliner im 19. Jahrhundert mit den ersten Süßkirschen der Saison. "Mit einem Vollertrag ist auf der Fläche allerdings erst im zehnten Jahr zu rechnen", erklärt Wilhelm Pannenbecker. Für die IG Schaephuysener Bürger und Vereine ist es eine weitere Aktion, die den Ort attraktiv macht. "Wir haben aus dem Erlös unseres Naturmarktes die Aktion finanziert. Wir setzen mit der Pflanzaktion auf Nachhaltigkeit und betätigen einen Kreislauf. Die Ernte bekommen wieder Bürger, beispielsweise auf dem Naturmarkt im Herbst ", sagt Peifer-Weiß.

Auch die Gemeindeverwaltung unterstützte das Vorhaben. Die Helfer packten mit an und setzten die Jungbäume. "Ich finde die Aktion einfach super. Es tut sich etwas in der Welt. Die Natur gibt uns Lösungen und tut uns gut", sagt Sinan Lafci (37), der seit einem Jahr in Schaephuysen wohnt und seit einer Woche Mitglied der IG ist. Ihn freut es, dass andere Aktionen wie gemeinschaftliche gärtnerische Nutzung örtlicher Flächen in Siedlungsnähe derzeit sehr beliebt sind und - wie die Ackerhelden in Kamp-Lintfort und Goch - Meilensteine setzen. Lafci: "Menschen schließen sich zusammen. Das passt in unsere Zeit."

Quelle: RP
 
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