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Moers
Neuer Polizeichef mag's, wenn viel los ist

Moers: Neuer Polizeichef mag's, wenn viel los ist
Michael Albrecht (zweiter von links) mit (von links) dem Ersten Beigeordneten Wolfgang Thoenes, Landrat Ansgar Müller und Wolfgang Tühl, Leiter der Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz bei der Kreispolizei. FOTO: pogo
Moers. Michael Albrecht löst Paul Platzer an der Spitze der Moerser Polizeiwache ab. Von Josef Pogorzalek

Michael Albrecht ist Polizist durch und durch. "Der Beruf hat mich schon immer interessiert. Einen anderen Job konnte ich mir nicht vorstellen", sagt der 57-Jährige, der in Wesel geboren wurde und dort auch heute wohnt. Beruflich führt ihn sein Weg neuerdings aber täglich über den Rhein: Albrecht ist der neue Leiter der Polizeiwache Moers und damit Chef von 68 Mitarbeitern. Er hat Paul Platzer abgelöst, der im nächsten Jahr in den Ruhestand geht und bis dahin noch etliche Überstunden "abfeiert".

"Für mich schließt sich ein Kreis", sagt Albrecht, der als Erster Polizeihauptkommissar den höchsten Polizei-Rang im gehobenen Dienst bekleidet. Von 1983 bis 85 war er bereits als Hauptwachmeister in der Stadt. "Es war eine sehr schöne Zeit. Wenn ich nicht den Aufstieg gemacht hätte, wäre ich hier geblieben." Auch jetzt stelle er wieder fest, dass in Moers "am meisten los" sei. Das komme seinem Naturell entgegen.

Albrecht trat 1980 in den Polizeidienst ein. Nach der Ausbildung war er zunächst in Düsseldorf im Objektschutz tätig, bevor er in Moers erst den "richtigen Polizeidienst" kennenlernte. 1988 wurde Albrecht Polizeikommissar. Er war Wachdienstführer in der Leitstelle Köln und Dienstgruppenleiter in Essen. 2015 wurde er dann Dienstgruppenleiter der Leitstelle in Wesel. Vor der Ernennung zum Chef der Polizeiwache Moers leitete er seit Oktober 2016 die Wache in Voerde. Ganz besonders fallen in seiner Vita zwei Auslandsaufenthalte auf: 2001/02 leitete er eine Polizeiwache in Sarajevo (Bosnien). "Eine sehr spannende Aufgabe. Wir waren Kollegen aus 40 Nationen. Die Zusammenarbeit klappte sehr gut." Von 2003 bis 2004 betreute er im Bundesinnenministerium in Berlin Missionen in Georgien und Mazedonien. Und 2009 ging Albrecht nach Afghanistan, um in Masar-e Sharif zusammen mit Kollegen eine "Quick Reaction Force", eine Art schneller Eingreiftruppe, auszubilden. Ob es in Afghanistan gefährlich war? Die Frage beantwortet Michael Albrecht mit Understatement: "Wir waren im Feldlager der Bundeswehr gut untergebracht." Wenn er an seine Auslandseinsätze zurückdenke, werde ihm aber in anderer Hinsicht klar, wie gut wird es in Deutschland haben: "Die Polizei war dort sehr hierarchisch aufgebaut. Man war sehr obrigkeitshörig. Ich musste den Leuten klarmachen, dass Demonstrationen nichts Böses sind. Dass jemand ,gegen den Staat' sein konnte, war undenkbar."

In Moers möchte Albrecht "für die Bürger da und ansprechbar sein", wobei er wisse, dass ihm dies nicht immer gelingen werde. Auch für die Stadt ist der Wachleiter wichtiger Gesprächspartner, etwa in Fragen der Sicherheit. Auf dem bald beginnenden Weihnachtsmarkt werden die Beamten des Bezirksdiensts und Fahrradstreifen Polizeipräsenz zeigen, kündigte Albrecht an. Und Landrat Ansgar Müller, der den neuen Wachleiter gestern offiziell begrüßte, verspricht, dass die Polizei weiter mit "Power" gegen Einbrecher vorgehen wolle. Dass die Einbruchszahlen deutlich zurückgegangen seien, liege schließlich am hohen "Fahndungsdruck" sowie einer aufmerksamen Öffentlichkeit.

Albrecht ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter. Entspannung findet er beim Sport. Er joggt, spielt Badminton und ist passionierter Mountainbike-Fahrer - ob am Niederrhein, in der Eifel oder auch in den Alpen, die er in diesem Jahr von St. Anton bis zum Comer See auf dem Fahrrad überquert hat.

Quelle: RP
 
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