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Moers
Neues Konzept für altes Spaethe-Haus

Moers: Neues Konzept für altes Spaethe-Haus
Die ehemalige Spaethe-Buchhandlung im Altstadt-Dreieck an der Pfefferstraße wird umgebaut. Das Gebäude, das 1978 erbaut wurde, war eines der ersten Projekte im Rahmen der damaligen Altstadt-Sanierung. FOTO: Dieker Klaus
Moers. Die Umbauarbeiten an der ehemaligen Buchhandlung haben begonnen. Das Haus soll grundsaniert werden. Unten zieht ein Feinkostladen ein, im Obergeschoss entstehen zwei Wohnungen im Loft-Stil. Von Jana Marquardt

Gute Nachricht für das Altstadt-Dreieck: Das Haus auf der Pfefferstraße, das seit mehr als vier Jahren keinen festen Mieter mehr vorweisen konnte, bekommt ein neues Konzept. Die sechs Ebenen des Gebäudes, die durch Treppen verbunden waren und jeden potenziellen Nachmieter abgeschreckt hatten, weil in dieser Form kaum ein Ladenlokal präsentiert werden konnte, werden umgebaut. Es sollen eine Laden- und eine Wohnebene auf drei voneinander unabhängigen Etagen entstehen.

Im Untergeschoss wird ein italienischer Feinkostladen eröffnen, in dem neben kalabresischen Spezialitäten auch eine Weinbar mit Verkostung angeboten werden soll. Im Obergeschoss werden zwei Wohnungen mit offenem Wohn- und Essraum vermietet. Für eine der beiden Wohnungen hat sich schon ein Nachmieter gefunden, die andere wird zur üblichen Ortsmiete angeboten werden. Anfang Oktober sollen die Arbeiten an dem Haus beendet sein.

Der Designer Olaf Reinders, der mit einem Architekturbüro in Krefeld zusammenarbeitet, hat das Konzept entwickelt. Der Kontakt zur Hauseigentümerin Angelika Lamers kam im Januar diesen Jahres zustande. "Ich habe Frau Lamers vorgeschlagen, die Ladenfläche des Hauses zu verkleinern und sie auf das Erdgeschoss zu beschränken. In der ersten Etage sollen Wohnungen im Loft-Stil entstehen, also lichtdurchflutete Wohnungen mit viel Spielraum für den Mieter, seine eigenen Vorstellungen vom Wohnen umzusetzen", berichtet Reinders. Die Idee sei sofort gut aufgenommen worden. "Ich bin froh, dass nun wieder Leben in das Haus kommt", sagt Lamers enthusiastisch.

Mit seiner Idee möchte Reinders das Wohnen in der Altstadt wieder attraktiv machen. "Die Wohnungen sind mit einer Fläche von mehr als 80 Quadratmetern und neuen Sanitär-, Fenster- und Elektroanlangen ausgestattet. Zudem sind die Mietpreise kostengünstig." Außerdem biete der Feinkostladen einen neuen Anziehungspunkt, der wieder Besucher auf die Pfefferstraße locken könne.

Seit Oktober 2008 gehen die Besucherzahlen des Altstadt-Dreiecks drastisch zurück. Der Grund dafür ist die Schließung der Spaethe-Buchhandlung, die im Januar 2007 zunächst von der Kette Thalia übernommen wurde. 2008 schloss die Buchhandlung auf der Pfefferstraße ihre Pforten und einzig die Thalia-Filiale auf der Steinstraße blieb bestehen. Seitdem war das Haus im Altstadt-Dreieck ein Sorgenkind der Eigentümerin Angelika Lamers. Die Mieter wechselten stetig, zuletzt hatte Ortrud Hein, eine freischaffende Künstlerin aus Alpen das Haus für ihr "KILL"-Projekt (Künstler in leerstehenden Wohnungen) bezogen. Dort hatte sie ihre Arbeiten zum Verkauf angeboten, jedoch keine Miete zahlen müssen. Im November 2015 hatte sie dieses Projekt nach viereinhalb Jahren aufgegeben. "Frau Hein hat das Haus sauber gehalten und dekoriert. So konnte ich immerhin davon ausgehen, dass es immer annehmbar aussah", sagt Lamers. Nun scheint die Zukunft des Gebäudes erstmals gesichert zu sein.

Quelle: RP
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