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Moers
Neues Repair-Café in Moers-Scherpenberg

Moers. Seit Freitag können Bürger in der Evangelischen Kirchengemeinde Scherpenberg kostenlos defekte Geräte reparieren lassen. Die ehrenamtlichen Helfer des RepairCafé hatten schon am ersten Abend einiges zu tun. Ob Wanduhr oder Kinderspielzeug, Kaffeemaschine oder Fahrradteil: Wenn etwas kaputtgeht, ist die Reparatur oft teurer als ein neues Gerät. Da heißt es meist: wegwerfen und neu kaufen. Dem will die Kirchengemeinde mit dem Repair-Café in der im Keller gelegenen Kreativwerkstatt entgegenwirken. Die Umwelt steht dabei an erster Stelle.

Die Idee kam schon kurz vor den Sommerferien von der Jugendleitung, sagt Marcel Sowade, Presbyter der Kirchengemeinde. Der Hobbyhandwerker ist einer der ehrenamtlichen Helfer. Er hat soeben den defekten Handsauger eines Bürgers aus Schwafheim entgegengenommen. Von außen sieht man nichts, beim Einschalten merkt man, dass die Luft nicht mehr richtig eingesaugt wird. "Die Lamellenscheibe hat sich von der Achse gelöst", kommt die prompte Diagnose nach dem Auseinanderschrauben.

Der Raum im Keller, der sonst für die Kreativgruppe und für Kinder- und Jugendgruppen sowie für interne Reparaturarbeiten genutzt wird, sieht aus wie eine bunte Werkstatt. Heißklebe-Pistole und Schraubendreher liegen auf den Tischen. Die Schränke sind bunt bemalt. Eine Thermoskanne mit frischem Kaffee steht bereit. Bevor es losgeht, muss für jedes defekte Gerät ein Objekt-Begleitschein und ein Haftungsausschuss ausgefüllt werden.

"Ich bin begeistert, dass es jetzt eine Anlaufstelle gibt, wo man hingehen kann", sagt eine Frau aus Utfort, die gerade ihre Massagematte auf einem Werktisch zusammenrollt. Sie selber könne so etwas nicht reparieren. Erfahren habe sie von der Aktion aus der Zeitung. Das Kommen lohnte sich für die Rentnerin. Allerdings muss sie noch etwas warten, bis die Massagematte wieder voll einsatzbereit ist. Nachdem alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen werden konnten, war für den Helfer klar: "Am Steuergerät ist ein Kondensator kaputt." Das Ersatzteil wird nun besorgt und eingebaut.

Hans Maier, ehemaliger Presbyter der Kirchengemeinde, entdeckte beim Aufschrauben eines Allesschneiders ein abgenutztes Ritzel. Jetzt soll der Kunde prüfen, wie teuer das Ersatzteil bei dem genannten Händler ist und entscheiden, ob er das Geld investieren möchte. Dann kann er es gegebenenfalls selbst bestellen und von den Ehrenamtlichen einbauen lassen.

Einigen Besuchern konnte aber auch sofort geholfen werden, sagt Hans Maier. Die nach unten hängenden Zeiger einer großen Wanduhr konnten innerhalb weniger Minuten wieder befestigt werden. Bezahlt werden muss der Service nicht, ein Einmachglas steht allerdings für Spenden auf dem Tisch. Lediglich die Ersatzteile müssen gekauft oder selbst bestellt werden. Einige gängige Ersatzteile gibt es aber auch vor Ort. Wichtig ist der Kirchengemeinde, nur Privatpersonen zu helfen. Auch dürfe immer nur ein Teil gebracht werden. Keinesfalls wolle man sich als Konkurrenz zu Dienstleistern sehen, die mit Reparaturen ihr Geld verdienen. Das Repair-Café ist jeden Freitag von 18 Uhr 30 bis 20 Uhr geöffnet.

(BL)
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