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Moers
Neues Wohngebiet am Rande der Innenstadt

Moers. An der Weyerstraße sollen Mehrfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Ausschuss bringt Bebauungsplan auf den Weg. Von Josef Pogorzalek

Neue Baugebiete in Innenstadtnähe sind eher selten. So waren sich die Fraktionen im Ausschuss für Stadtentwicklung einig, dass es eine gute Idee sei, an der Weyerstraße ein solches Gebiet auszuweisen. Das Areal gehört zwar zu Hülsdonk, die Fußgängerzone im Stadtzentrum liegt aber nur einen Steinwurf entfernt. Schon in den 1980er Jahren gab es Überlegungen, auf dem ehemaligen Gewerbegrundstück Wohnhäuser zu bauen, daraus wurde aber nichts. Eine "Schande" nannte Gabriele Kaenders (Linke) die Tatsache, dass dieses innenstadtnahe Gebiet so lange brachgelegen hat. Sie sprach die Hoffnung aus, dass dort auch stadtnahe Sozialwohnungen entstehen.

Die in Duisburg und Moers ansässige Area Clavis Wohnungsbau, Eigentümerin des Geländes, will dort aktiv werden. Der Beschluss, einen Bebauungsplan aufzustellen, erfolgte im Ausschuss für Stadtentwicklung einstimmig, wenn auch nach langer Diskussion. Trotz grundlegender Zustimmung sahen die Politiker viele Punkte, die zu klären seien. Kritisch gesehen wurde unter anderem, dass es nach dem jetzigen Stand der Dinge nur eine Zufahrt ins Wohngebiet über die Weyerstraße geben wird. Anwohner, die schon jetzt viel Autoverkehr beklagen, hatten vor der Sitzungen Befürchtungen geäußert, dass die Probleme zunehmen werden.

Fraktionschef Mark Rosendahl machte die Zustimmung der SPD davon abhängig, dass für die benachbarte Reha-Praxis Eschler (in den ehemaligen Räumen des Möbelhauses Kleier) Parkplätze entstehen. Auch die CDU betonte, dass das Unternehmen die Parkplätze dringend brauche. Wie die Verwaltung mitteilte, ist deren Bau bereits auf den Weg gebracht. Sie sollen südlich des Baugebiets an der Hülsdonker Straße entstehen.

Da in direkter Nachbarschaft des neuen Wohngebietes Gewerbebetriebe (Schrotthändler) liegen, spielt die Frage des Schutzes vor Lärm und Schmutz eine Rolle. Eventuelle Altlasten im Boden des Wohngebiets selbst würden, so die Verwaltung, im Zuge des Baus einer Tiefgarage entsorgt. Lange diskutierten die Politiker auch über die Frage, ob für die Söhne und Töchter der Familien, die an die Weyerstraße ziehen, Kindergartenplätze vorhanden sind. Denkbar wäre es, Kapazitäten in der geplanten Kita am Parkplatz Mühlenstraße (Gelände der alten Halle des Fechtclubs) zu schaffen. Gegen den Kindergarten "auf einem Parkplatz" brachten FDP und Linke aber grundsätzliche Bedenken vor.

Quelle: RP
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