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Moers
Niag schult zum Lokführer um

Moers: Niag schult zum Lokführer um
"Es ist ein krisensicherer Job", sagt Waldemar Galla, der als einer von zwölf den Abschluss als Lokführer in der Tasche hat. Vor der Weiterbildung war er arbeitslos. Nun hat er einen neuen Arbeitsplatz. Montag ist sein erster Tag. FOTO: Dieker
Moers. Zwölf Absolventen haben gestern den Abschluss ihrer zehnmonatigen Weiterbildung zum Triebfahrzeugführer - also Lokführer - gefeiert. Die Umschulung endete für alle Teilnehmer mit einem festen Arbeitsvertrag. Von Jana Marquardt

Stolz stehen die zwölf frischgebackenen Lokführer auf einem ausrangierten Güterzug der Niag und nehmen ihre Zertifikate entgegen. Zehn Monate lang haben sie auf diesen Tag hingearbeitet - Richtlinien und Signale des Bahnverkehrs verinnerlicht, die Maschinentechnik der Fahrzeuge unter die Lupe genommen und Bremsproben durchgeführt. Nach neun Prüfungen in Theorie und Praxis im Niag-Bildungszentrum und einem vierwöchigen Praktikum in einem Eisenbahnverkehrsunternehmen sind sie nun offiziell Triebfahrzeugführer mit festem Arbeitsvertrag.

Am 1. September im vergangenen Jahr begann die Weiterbildung zum Lokführer, die seit 2008 von der Niag angeboten wird, mit fünfzehn Teilnehmern aus verschiedenen Berufssparten. Zwölf waren bei den Abschlussprüfungen erfolgreich.

Viele der Absolventen waren vor der Weiterbildungsmaßnahme arbeitslos und suchten nach einer neuen beruflichen Perspektive. Einige erfuhren über das Arbeitsamt von der Umschulung zum Lokführer bei der Niag. "Das Arbeitsamt vermittelt uns Arbeitssuchende, die im besten Fall schon Erfahrungen im technischen Bereich gesammelt haben", sagt die stellvertretende Leiterin des Niag-Bildungszentrums, Marion Lätzsch. "Unser Ziel ist es, nicht nur zum Lokführer weiterzubilden, sondern auch im Anschluss einen festen Arbeitsplatz vermitteln zu können. In 95 Prozent der Fälle klappt das auch." Die Niag verfüge über ein gutes Netzwerk mit Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Waldemar Galla (46) war zwei Monate lang arbeitslos, bevor er sich entschied, eine Weiterbildung zum Lokführer zu machen. "Ich bin gelernter Industriemechaniker und habe dreizehn Jahre lang in dem Beruf gearbeitet. Zuletzt war ich in der Druckindustrie tätig, ein Gewerbe, das immer weniger gefragt ist. Als Arbeitsplätze in meinem Betrieb abgebaut wurden, stand ich ohne Job da", erzählt er. Beim Arbeitsamt schlug man ihm die Weiterbildungsmaßnahme bei der Niag vor. "Der Beruf ist viel mehr auf geistige als auf handwerkliche Arbeit ausgelegt. Mir gefällt es gut, dass man als Lokführer Verantwortung übernehmen kann", sagt Galla und betont: "Es ist ein krisensicherer Job." Ab Montag arbeitet er als Streckenlokführer bei "Rhenus Rail". "Es ist eine ganz neue Erfahrung für mich, da ich auch einige Nächte in anderen Städten übernachten muss. Es wird spannend und ich blicke sehr zuversichtlich in die Zukunft."

Nach sechsmonatiger Arbeitslosigkeit erfuhr Björn Ziolkowski (35) durch einen Bekannten von der Weiterbildungsmaßnahme. "Ein Freund hat sich bei der Niag erfolgreich umschulen lassen und hat mir den Rat gegeben, es auch zu versuchen." 1997 hatte Ziolkowski bereits eine Ausbildung zum Lokführer begonnen, nach einiger Zeit aber abgebrochen. "Jetzt habe ich mich der Herausforderung erneut gestellt und freue mich über einen Beruf, der abwechslungsreich ist und viel Verantwortung mit sich bringt." Auf das vierwöchige Praktikum bei Crossrail folgte ein fester Arbeitsvertrag. "Ich werde Güter beispielsweise in die Schweiz transportieren. Meine Familie freut sich sehr über meinen Erfolg", sagt er.

Danny Frieburg (27) hatte schon vor der Weiterbildung Interesse an dem Thema Eisenbahn. "Ich habe im Handwerk gelernt, hatte aber schon Kontakt zur Niag geknüpft. Eisenbahnen und die Technik dahinter faszinieren mich. Deshalb habe ich mich bei der Umschulung beworben." Auch wenn die Theorie teilweise trocken gewesen sei, habe er seine Begeisterung für den Beruf nicht verloren. "Ich musste mir ein umfangreiches technisches Wissen aneignen. Aber es ist ein Job, der eine Menge Spaß bereitet."

Quelle: RP
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