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Pizzabäcker Gino Mike Tassone
Nur das Original aus Napoli!

Pizzabäcker Gino Mike Tassone: Nur das Original aus Napoli!
2009: Bei der Pizza-Weltmeisterschaft in Parma landete Tassone zwischen dem zehnten und elften Platz. Eine genaue Platzierung erhielten nur die besten drei. FOTO: Gino Mike Tassone
Moers. Das neapolitanische Pizzahandwerk ist jetzt Unesco-Weltkulturerbe. Zurecht?

Tassone Auf jeden Fall. Wenn man das Wort "Pizza" sagt, denkt man an Italien. Ich kenne viele Pizzabäcker aus Neapel, die ihr ganzes Leben nichts anderes gemacht haben. Für sie hätte das schon viel früher kommen müssen.

Wie geht das neapolitanische Pizzahandwerk?

tassone Mir hat mal ein Neapolitaner erzählt, der 50 Jahre Pizza gemacht hat, dass zwei Brotbäcker es quasi über Nacht erfunden haben. Sie mussten jeden Morgen Brot backen und hatten irgendwann Hunger. Sie waren aber der Meinung, sie könnten nicht immer trockenes Brot essen. So hat der eine Bäcker Tomaten von zu Hause mitgebracht und der andere Käse. Daraus entstand dann die klassische neapolitanische Pizza.

Was ist Ihre Lieblingspizza?

Tassone Die traditionelle Variante: Schöne frische Tomatensoße, Olivenöl, Mozzarella und einen Hauch von Parmesan. Bei dieser Pizza kann man die einzelnen Komponenten heraus schmecken. Man sieht, welche Produkte verwendet wurden. Der Mozzarella darf auf der Pizza nicht richtig gebacken, sondern nur leicht geschmolzen sein. Das funktioniert nur mit qualitativ hochwertigem Mozzarella. Wenn man ihn zum Beispiel aufmacht, muss ein bisschen Milch heraustropfen.

Was ist Ihre Geheimzutat?

Tassone Liebe und Gefühl. Die Tagesform ist am Ende entscheidend, wie der Pizzateig wird. Wenn jemand private Probleme hat, lasse ich ihn nicht an den Pizzateig. Außerdem müssen alle verwendeten Produkte gut sein. Es bringt nichts, wenn man ein tolles Olivenöl auswählt und dann der Mozzarella nicht schmeckt.

Wie oft essen Sie Pizza in der Woche?

Tassone Das darf ich eigentlich gar nicht sagen, weil meine Frau nicht möchte, dass ich so viel esse. Aber so drei-bis viermal die Woche wird es schon sein. Ich muss die Pizza ja schließlich auch probieren (lacht).

Könnten Sie denn nur Pizza essen?

tassone Nein. Wenn man so viel Pizza macht und sieht, schafft man es nicht nur Pizza zu essen. Bis jetzt haben wir aber noch keine misslungene Pizza weggeschmissen (lacht). Ich esse auch gerne ein Schnitzel, goldgebraten mit etwas Zitrone. Das kriege ich zwar selten von meiner Frau, weil sie meistens keine Lust hat, so viel rum zu hämmern, aber manchmal habe ich Glück.

Was ist die Pizza für Sie?

Tassone Was soll ich dazu sagen? Pizza ist mein Leben. Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann etwas anderes zu machen. Ich könnte morgen nicht einfach Maurer werden. Ich brauche das Feedback von unseren Gästen. Wenn sie mit schlechter Laune hier her kommen, muss es mein Ziel sein, sie wieder mit einem Lächeln nach Hause zu schicken.

Tiefkühlpizza? Kann man die essen?

Tassone Ich halte davon nichts. Ob ich 20 Minuten vorm Backofen stehe oder zu einer Pizzabäckerei gehe, ist doch egal. Außerdem spare ich lieber an Zigaretten, als am Essen. Ich bin ein Fan von frisch zubereiteten Sachen. Kindern sollte man nicht vormachen nur aus der Tiefkühltruhe zu essen. Meine Oma hat mich zum Beispiel früher gezwungen, mit ihr Nudeln zu machen.

Was war die außergewöhnlichste Pizza, die Sie gegessen haben?

tassone Bei der Pizza-WM 2009 in Parma hat ein Franzose eine Trüffelcreme aus einer Flasche auf die Pizza getan. Das war eine cremige Angelegenheit. Sie sah sehr gut aus, muss man aber nicht zweimal haben. Der Geschmack ist da wichtiger als das Aussehen.

Welche Pizza essen die Kamp-Lintforter am liebsten?

tassone Die Pizza Gino mit Spinat, italienischer Wurst, Thunfisch, Gorgonzola und etwas Knoblauchöl. Das war vor über 20 Jahren meine eigene Lieblingspizza.

JULIA SCHÜSSLER FÜHRTE DAS INTERVIEW

Quelle: RP
 
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