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Moers
Okko Herlyn erklärt das evangelische Profil

Moers. Die Moerser Barbara-Buchhandlung hatte den Autoren und Kabarettisten zur Lesung eingeladen.

"Was ist eigentlich evangelisch", fragt Okko Herlyn, der vielen Moersern aus unterschiedlichen Bereichen bekannt ist. Als Pfarrer in Duisburg-Wanheim, als Theologieprofessor wie auch von Veranstaltungen als Liedermacher und Kabarettist. Beide Ks, nämlich zuerst Kirche und dann Kabarett, brachte er im Tersteegen-Haus unters Volk. Da sich bereits starkes Publikumsinteresse abzeichnete, fand die Lesung mit Okko Herlyn im geräumigen Tersteegen-Haus, einige Meter von der Barbara-Buchhandlung entfernt, statt.

Buchhändlerin Kathrin Olzog, die diese Lesung organisiert hatte, stellte den Niederrheiner Herlyn vor, der sich über die dritte Auflage seines Buches "Was ist eigentlich evangelisch?" freut. "Ich bin selber überrascht", sagt der Autor Herlyn, der sich auch ein wenig geschmeichelt fühlt. "Ich stelle fest, dass ein enormer Informationsbedarf gegeben ist mit dem Wunsch nach einer stabilen und sachlichen Orientierung."

Evangelisch ist eben nicht katholisch. Sein Anliegen ist, in prägnanter Sprache einen komplexen Sachverhalt mit geschichtlichen Entwicklungen bis hin zu aktuellen Gegenwartsbezügen verständlich zu machen, um dem Menschen auf der Straße das evangelische Profil näher zu bringen, ihm aus der Rat- und Sprachlosigkeit zu helfen. "Ohne theologische Vorkenntnisse. Er muss auch nicht fromm sein. Es geht um Basiswissen", so Herlyn, der zwischen Kirche und Kabarett eine feine Grenze zieht, wie er erklärte. "Nach Prediger Salomo alles zu seiner Zeit. Kabarett hat eine andere Funktion und will eher aufschrecken und entlarven."

Auf gut 190 Seiten setzt sich Herlyn mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen auseinander. Die Kapitel leitet er mit Alltagsgeschichten ein und erzählt von Begegnung mit Menschen, Gesprächen beim Bier oder am Gartenzaun über ihre aktuellen Probleme. "In alltäglichen Begegnungen nehme ich Spuren über das Leben und die Liebe wahr", sagt der Autor. Sie führen zu Fragen, ob ein Katholik sich aufgrund vom Sakramentsverständnis trennen darf. Beten evangelische Menschen anders als Katholiken? Ist für manchen das Gebet ein Nutzbringer, wie Franz Beckenbauer in einem Interview behauptet? Nach einer biblisch-theologischen Antwort kommt es dann am Ende wieder zu ganz praktischen Fragen des evangelischen Christseins heute.

Herlyn geht es nicht darum, Feindschaften zwischen den Lagern aufzubauen, "sondern Unterschiede können eine Bereicherung sein", sagt Herlyn. Ökumene zu leben, die Verschiedenheit der Konfessionen als Bereicherung zu erfahren, sei ein Gewinn. Martin Walser und Heinrich Böll zeigten das mit kritischen Positionen zu ihren Kirchen, blieben dennoch religiös verwurzelt.

Nach der Pause stimmte Okko Herlyn dann die kabarettistischen Sichtweisen an und lud sein Publikum auf eine humorvolle Reise an den Niederrhein.

Okko Herlyn, Was ist eigentlich evangelisch?, ISBN 978-3-7615-6241-3,.

(sabi)
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