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Moers
Pädagoge hilft junger Mutter bei dem Einstieg in den Beruf

Moers: Pädagoge hilft junger Mutter bei dem Einstieg in den Beruf
Die Maler- und Lackiererauszubildende Michele Bendoza lernt das Handwerk von Heike Marschmann. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Der Malerbetrieb Marschmann gibt gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Jugendlichen eine zweite Chance. Den Azubis wird als Unterstützung ein Sonderpädagoge zur Seite gestellt. Von Lena Goeres

Michele Bendoza ist 19 Jahre alt und alleinerziehende Mutter einer dreijährigen Tochter. Lange Zeit hatte die junge Frau vergeblich nach einem Ausbildungsplatz gesucht. Doch nun ist sie fündig geworden. Seit Anfang August ist sie Auszubildende im Malerbetrieb Marschmann in Moers. Das Besondere an dem Ausbildungsplatz ist, dass es sich um eine "Assistierte Ausbildung" handelt.

Das neue Projekt der Agentur für Arbeit unterstützt junge Auszubildende und deren Betriebe bei der erfolgreichen Durchführung der Ausbildung. Die Deutsche Angestellten-Akademie Moers als Bildungsträger stellt den Auszubildenden einen Sonderpädagogen zur Seite. Dieser kümmert sich bei Lernschwierigkeiten um fachliche Unterstützung oder, wie in Micheles Fall, um eine Kinderbetreuung.

"Die Dauer der Unterstützung ist individuell. Die Begleitung ist bis zu drei Jahren möglich; sie kann aber auch frühzeitig beendet werden, wenn die Unterstützung nicht mehr nötig ist", erklärt Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Wesel. Die Kosten für die Assistierte Ausbildung übernimmt das Amt. Die Anmeldung ist auch noch möglich, wenn die Ausbildung bereits begonnen hat. Der Sonderpädagoge wird dann als dritte Instanz zwischen Auszubildenden und Arbeitgeber verstanden. "Er kann bei Problemen vermitteln und helfen, bevor eine Ausbildung abgebrochen wird", betont Barbara Ossyra.

Den Antrag müssen die Auszubildenden selbst stellen. So war es auch bei Michele. Eine Woche nach der Antragsstellung, hatte die junge Frau die Zusage in der Hand: "So habe ich mehr Chancen die Ausbildung zu schaffen", erklärt sie. Heike Marschmann von der Marschmann GmbH aus Moers, greift zum zweiten Mal auf das Modell der Assistierten Ausbildung zurück. "Bei unserer letzten Auszubildenden war die Ausbildung erfolgreich. Daher waren wir dazu bereit, es wieder anzubieten." Marschmann betont, wie wichtig es ist, jungen Menschen mit schwächeren Noten oder fehlender Unterstützung zu helfen: "Dadurch haben Jugendliche eine Chance, die sonst scheitern würden." Wichtig sei es jedoch auch, dass die Auszubildenden die Unterstützung auch wirklich wollen. "Motivation und der Wille, es wirklich zu schaffen, sind die Grundvoraussetzungen für die Assistierte Ausbildung", erklärt Marschmann.

In den Kreisen Kleve und Wesel wurden in diesem Jahr insgesamt 44 Assistierte Ausbildungsstellen besetzt. In Moers sind derzeit noch zehn Stellen offen.

Informationen gibt es unter Wesel.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Quelle: RP
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