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Moers
Pfahl-Posse in Utfort

Moers. Die Umgestaltung eines Verkehrsberuhigten Bereichs sorgt bei einem Anwohner für Verwunderung Von Marc Latsch

Als Peter Bongertz vor ein paar Tagen sein Haus an der Ecke Fenchelstraße/Kressenstraße in Utfort verlässt, erlebt er eine Überraschung. Im angrenzenden Verkehrsberuhigten Bereich hat sich etwas verändert: Drei Pfähle in orange-weißer Signalfarbe stehen plötzlich dort, unübersehbar. Der Sinn der Konstruktion erschließt sich dem Moerser allerdings nicht.

Verwundert wendet sich Bongertz deshalb an unsere Redaktion. Der Anwohner zitiert aus einem Informationsblatt der Stadt Moers zum Thema "Verkehrsberuhigte Bereiche". Dort heißt es unter anderem: "Bäume und Grünbeete werden eingefügt, um die Straße zu gestalten und den Verkehr zu verlangsamen. Verkehrsberuhigte Bereiche dienen vor allem dem Aufenthalt. Der Fahrzeugverkehr spielt eine untergeordnete Rolle. Deshalb dürfen Fußgänger die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen."

Die Lektüre bringt Bongertz auf seinem Weg zur Erkenntnis nicht weiter. Der Sinn der Pfähle erschließt sich ihm immer noch nicht. "Soll damit das Straßenbild verschönert werden? Und: Widersprechen sie nicht den Gestaltungskriterien, die die Stadt Moers auf ihrer Homepage veröffentlicht?", schreibt er.

Die Verwaltung bemüht sich derweil um Aufklärung. Stadtsprecher Thorsten Schröder versichert auf RP-Anfrage, dass ästhetische Gesichtspunkte bei der Neugestaltung nicht im Vordergrund standen. Die Gründe, heißt es, seien vielmehr rein praktischer Natur. "In der verkehrsberuhigten Zone ist das Parken verboten. In der Vergangenheit haben sich jedoch einige Autofahrer regelmäßig und ausdauernd nicht daran gehalten", sagt Schröder.

Die bislang ergriffenen Maßnahmen wie zum Beispiel das mehrfacher Ausstellen von Strafzetteln, hätten nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Also habe die Stadt, so Schröder, auf Bitten eines Anwohners die Pfähle aufgestellt. Dessen Begründung klingt denn auch durch und durch sachlich: Er komme wegen der parkenden Autos sonst schlecht aus seiner Garage.

So richtig erschließt sich der Sinn der Pfähle für Bongertz aber noch immer nicht. Ein übermäßiges Falschparken habe er an dieser Stelle nicht wahrgenommen, sagt er. Zumindest bleibe nun aber sein Vertrauen in die ästhetischen Kriterien der Stadtverwaltung gewahrt. Zudem wird der Steuerzahler nicht belastet. Da die Aufstellung der Pfähle aus straßenverkehrsbehördlicher Sicht nicht notwendig gewesen wäre, trägt der Antragssteller die Kosten. Das sollte dazu beitragen, dass sich aus den drei Pfählen kein Nachbarschaftsstreit entwickelt. Und so bleiben neben dem Verkehr hoffentlich auch die Gemüter beruhigt.

Quelle: RP
 
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