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Moers
Pfarrer sammelt exotische Instrumente

Moers: Pfarrer sammelt exotische Instrumente
Christoph Roller war bis 2014 Pfarrer in Afrika. Hier zeigt er die westafrikanischen Harfe Kora. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Christoph Roller hat im Kirchenkreis unterschiedliche Aufgaben. Er ist Pfarrer in Moers und Kamp-Lintfort, er wirkt im Arbeitskreis Kirche und Kultur mit. Er ist Musiker, Sammler - und ein Freund fremder Kulturen. Von Peter Gottschlich

In den Sommerferien fliegt Christoph Roller nach Antananarivo auf Madagaskar. In der Hauptstadt der Insel, 400 Kilometer östlich des afrikanischen Kontinentes, will er die Sänger des Tana Gospel Choirs wiedersehen. "Der Chor ist letztes Jahr beim Weite-Wirkt-Gospelfestival in Moers aufgetreten", erzählt er und freut sich auf eine erneute Begegnung. Roller hatte das Festival organisiert, bei dem neben vier Moerser Gospelchören am 18. Juni 2016 die Sänger aus Madagaskar fast 1000 Zuhörer in der Moerser Festivalhalle mit afrikanischem Gospel verzaubert hatten. "Kultur klingt nirgendwo so stark mit wie in der Musik", sagt er.

Im Kirchenkreis Moers hat der 62-jährige Wahl-Kamp-Lintforter "verschiedene Hüte auf", wie er es nennt. Zusammen mit seiner Frau Annette Bode hatte er bis Ende 2014 in Lagos, der größten Stadt Nigerias, gelebt, wo er Pfarrer für die deutschsprachige Gemeinde gewesen war. Seit seiner Rückkehr gehört er im Evangelischen Kirchenkreis Moers zum Pfarrerteam für die Gemeinden Repelen und Eick, Meerbeck und Utfort. Er ist Koordinator für die Kooperation dieser Gemeinden. "Die Anzahl der Christen geht zurück, damit die Finanzen und das Personal", sagt der Geistliche. "Das zwingt zu Kooperation und Fusion."

Außerdem ist er in das Reformationsjubiläum eingebunden, in dessen Vorfeld der Tana Gospel Choirs auftrat. "Weite wirkt - Reformation und die Eine Welt" hatte 2016 der Titel des Projektes gelautet. Für diese Aufgaben ist ihm eine Dreiviertelstelle zugeordnet.

Seit Frühjahr 2016 ist Roller außerdem mit einer Viertelstelle Pfarrer der Kirchengemeinde Lintfort, als der er zum Beispiel Konfirmanden im Lutherhaus am Markt begleitet, Gottesdienste hält oder im Presbyterium arbeitet. In der Hochschulstadt füllt er seine Stelle auch mit Musik aus, wie unter allen "Hüten", die er als Pfarrer trug und trägt. Zusammen mit Klaus Rosorius, Gitarre, sowie Peter Muthmann, Bass, spielt er als Gitarrist und manchmal auch als Djembe-Trommler in der Pfarrerband mit, die beispielsweise Anfang Juli den Gottesdienst zum 100. Geburtstag der Evangelischen Kirchengemeinde Lintfort begleitete. Er arbeitet mit im Arbeitskreis Kirche und Kultur (AKKU), um Konzerte und kulturelle Veranstaltungen in der Christus- oder der Kreuzkirche zu organisieren.

Christoph Roller ist auch ein Sammler exotischer Musikinstrumente. Zum Beispiel besitzt er eine Kora, eine westafrikanische Harfe, deren Klangkörper aus einer Kalebasse, einem getrockneten Kürbis, besteht. Ihm gehören eine Sitar und weitere indische Saiteninstrumente. Zudem hat er ein Angklung in seinem Fundus, ein indonesisches Bambusrohrsystem, bei dem jeder Mitspieler einen einzigen, in der Oktave gedoppelten Ton zu bedienen hat. "Auf diesen Instrumenten kann ich nur Melodien spielen, wenn ich sie eingeübt habe", erzählt der musizierende Geistliche. "Durch den Klang bekommt man ein Verständnis für andere Kulturen. Man hört sich in andere Kulturen hinein."

Quelle: RP
 
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