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Moers
Pfefferspray-Attacke auf Kirmes noch ungeklärt

Moers. Der Pfefferspray-Vorfall auf der Moerser Kirmes beschäftigt weiterhin die Polizei. Wie berichtet, hatte eine junge Frau das Reizmittel am Samstagabend in der Nähe der Klever Straße versprüht. Mehrere Kirmesbesucher im Alter zwischen 15 und 22 Jahren erlitten Reizungen der Augen und Atemorgane. Sechs Betroffene konnten nach einer Behandlung durch Sanitäter von ihren Eltern abgeholt werden beziehungsweise selbst das Kirmesgelände verlassen. Vier Verletzte wurden in eine Krefelder Augenklinik gebracht, die sie inzwischen aber wieder verlassen haben.

Die Sprayerin hat sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet. Sie war ungefähr 15 Jahre alt, 1,70 Meter groß, hatte dunkelblondes längeres Haar, und trug Jeans sowie eine dunkelgrüne/schwarze Jacke. Warum sie das Pfefferspray benutzte - aus Versehen, Übermut, Leichtsinn oder weil sie angegriffen worden war - ist nicht bekannt.

Polizeisprecherin Sabine Vetter unterstrich gestern, dass es sich bei Pfefferspray um eine Waffe handle, die in Geschäften "zur Abwehr von Hunden" erhältlich sei. Anfang des Jahres sei es zu Massenkäufen von Pfefferspray gekommen. Anlass seien die zahlreichen Belästigungen von Frauen in der Silversternacht in Köln gewesen. Auch die Zahl von Anträgen für "kleine Waffenscheine" (für Schreckschusspistolen) sei nach den Kölner Vorfällen sprunghaft gestiegen. Das Mitführen von Schreckschusspistolen in großen Menschenansammlungen sei verboten, sagte Vetter. Wer Pfefferspray benutze, müsse mit einer Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung rechnen. Sollte sich herausstellen, dass der Sprayeinsatz aus Notwehr erfolgte, werde die Anzeige aber in der Regel fallengelassen.

(pogo)
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