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Moers/Rheinberg
Pflegezentrum Silbersee soll umziehen

Moers/Rheinberg: Pflegezentrum Silbersee soll umziehen
Das Pflegezentrum am Silbersee in Kapellen gehört der Aaldering Unternehmensgruppe Rheinberg. Sie möchte an diesem Standort eine Freizeitanlage errichten. Bewohner und Mitarbeiter des Pflegezentrums sollen umziehen - am liebsten in das bisherige Marien-Hospital Orsoy. Mit der St.-Josef-Krankenhausgesellschaft Moers war sich Aaldering schon so gut wir einig. FOTO: Klaus Dieker
Moers/Rheinberg. Eigentümer Gerardus Aaldering möchte das Haus in Kapellen in eine Freizeitanlage umbauen. Nach seinen Plänen sollen Bewohner und Mitarbeiter ins bisherige Marien-Hospital Orsoy umziehen. Dort soll jetzt aber ein Flüchtlingsheim entstehen. Von Uwe Plien

Das St.-Marien-Hospital in Orsoy soll verkauft werden und könnte zu einer Großeinrichtung für Asylbewerber und Flüchtlinge werden. Die St.-Josef-Krankenhaus-Gesellschaft Moers steht als Eigentümerin mit dem Bistum Münster, mit der Bezirksregierung Düsseldorf, der Stadt Rheinberg und einem Kaufinteressenten in Verhandlungen. Bisher sei noch nichts entschieden, versichern die Beteiligten. "Wir sind in Gesprächen", so Bürgermeister Hans-Theo Mennicken.

Ein Blick auf das Orsoyer Marien-Hospital mit dem später neu errichteten Anbau. Nicht im Bild zu sehen ist das ehemalige Schwesternheim; es liegt weiter rechts. Dieses Gebäude würde Gerardus Aaldering gerne zu barrierefreien Wohnungen umbauen. FOTO: Arnulf Stoffel

Ausgangspunkt für die Planungen ist, dass die Moerser Krankenhausgesellschaft St. Josef ihre geriatrische Reha-Klinik in Orsoy aufgeben und nach Moers verlegen möchte. "Die geriatrische Reha hat in Nordrhein-Westfalen keine Zukunft", sagte St.-Josef-Geschäftsführer Heinrich Röwer der RP. "Die Qualität unserer Arbeit ist gut und anerkannt, seit wir das Haus Ende der achtziger Jahre übernommen haben. Aber die Krankenkassen blockieren. Wir haben derzeit nur 35 Patienten bei 110 Plätzen." In NRW unterscheide man zwischen geriatrischer Reha wie in Orsoy und geriatrischen Akuthäusern. St. Josef habe schon 2008 beantragt, das Marien-Hospital umzuwandeln. Röwer: "Das Land will uns eine solche Einrichtung aber nur in Moers bewilligen. Deshalb haben wir beschlossen, mit unseren Ärzten und Fachschwestern nach Moers zu gehen, so dass niemand entlassen werden muss."

Ein Übernahmekandidat für das Marien-Hospital war schnell gefunden: Der Rheinberger Gerardus Aaldering hätte die gesamte Anlage gerne übernommen. Der Unternehmer, unter anderem Betreiber des Pflegezentrums am Wiesenhof in Rheinberg und des Hotels Dampfmühle in Neukirchen-Vluyn, sucht Ersatz für seine Pflegeeinrichtung am Silbersee in Moers-Kapellen. Die möchte er in eine Freizeiteinrichtung umwandeln, die derzeitigen Bewohner und das Personal würde er dauerhaft in Orsoy unterbringen. In das ehemalige Schwesternheim möchte Aaldering 50 barrierefreie Seniorenwohnungen einrichten. Das Zwischengebäude eigne sich für eine Cafeteria und andere Räume, die gemeinsam genutzt werden könnten.

"Das Konzept von Herrn Aaldering ist hervorragend und hat uns voll überzeugt", gesteht Heinrich Röwer. "Aber das Bistum in Münster hat andere Vorstellungen. Das müssen wir akzeptieren." Er verweist auf das ehemalige St.-Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl, in dem jetzt mehrere hundert Flüchtlinge leben.

Der Hintergrund: Das Land sucht händeringend Immobilien für die täglich steigende Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern, die untergebracht werden müssen. Ein Investor aus Berlin wäre bereit, das Orsoyer Krankenhaus zu kaufen und in den nächsten Jahren als Asylbewerberunterkunft zu nutzen. Das Land würde es anmieten. Wie viele Menschen in Orsoy untergebracht werden könnten, ist noch nicht bekannt. Röwers Hoffnung: "Vielleicht ist das nur ein Zwischenschritt, und die Konzeption von Herrn Aaldering kann doch noch realisiert werden." Der Rheinberger indes ist verstimmt, weil seine Planung seit fast einem Jahr vorliegt und er schon viel Geld investiert hat. Offenbar standen St. Josef und die Aaldering-Gruppe schon unmittelbar vor einem Vertragsabschluss.

Rheinbergs Bürgermeister Hans-Theo Mennicken gab zu bedenken: "Es muss gut überlegt werden, ob das kleine Orsoy für eine solche Einrichtung geeignet ist. Das ist auch dem Land bewusst." Die gute Stimmung gegenüber den Flüchtlingen in Rheinberg dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Quelle: RP
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