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Moers
"Picturebooks": Rock wie im Bilderbuch

Moers: "Picturebooks": Rock wie im Bilderbuch
Sänger und Gitarrist Fynn Claus Grabke und Schlagzeuger Philipp Mirtschnik hatten das Publikum in Moers bald auf ihrer Seite. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Ein Gegenprogramm zur Weihnachtsseligkeit: Das Duo aus Gütersloh bot im Bollwerk 107 harte Rhythmen. Von Jutta Langhoff

Rockig und alles andere als besinnlich war's am Samstag im Moerser Jugendkulturzentrum "Bollwerk". Vor rund einhundert meist jungen Besuchern ließen dort das Gütersloher Duo "Picturebooks" und die dreiköpfige Berliner Gruppe "The Loranes" abends auf wenig weihnachtliche Art die Lautsprecher erzittern.

Pünktlich um acht Uhr ging es zunächst mit den "Loranes" los. Zu diesem Zeitpunkt war der große Bühnensaal noch nicht ganz so belebt, was wahrscheinlich daran lag, dass die drei Berliner noch relativ neu im Rockgeschäft sind.

Im Jahr 2015 gegründet, stieg die Band in Berlin damals sehr schnell zum Status eines echten Geheimtipps auf, verschwand dann aber nach einer ausgiebigen Europatournee erst einmal wieder in der Versenkung, um jetzt im Herbst diesen Jahres mit ihrem zweiten Album "2nd" wieder auf der musikalischen Bildfläche zu erscheinen. Ihr harter, zwischen Neo-Heavy-Blues und Psychedelic angesiedelter Sound stimmte das Publikum die ersten 45 Minuten gekonnt auf die eigentlichen Stars des Abends, die vor acht Jahren gegründeten "Picturebooks" ein.

Das heute aus dem Gitarristen und Sänger Fynn Claus Grabke und dem Drummer Philipp Mirtschnik bestehende Duo war nach seiner Trennung von Bassist Tim Bohlmann zunächst fast drei Jahre lang überwiegend in den USA auf Tour gewesen und stellte an diesem Abend vor allem seine durch diese Zeit inspirierte, neue Platte "Home is a Heartache" vor. Es war bereits der zweite Auftritt der beiden Gütersloher im "Bollwerk".

Damals noch eher dem extremen Hardrock zugehörig, waren die "Picturebooks" ihren Moerser Fans offenbar noch in guter Erinnerung, denn kaum hatten die beiden nach einer knapp 30-minütigen Umbaupause um 21.15 Uhr die Bühne betreten, füllte sich der Saal schlagartig um fast die doppelte Zuschauerzahl.

"Hallo Moers! Wie geht's denn so?", wurden sie nach einem anfänglichen, heftigen Gitarrensolo sichtlich erfreut von Fynn Claus Grabke begrüßt. "Dann lasst uns mal loslegen!" Und das taten sie dann auch. Während Schlagzeuger Mirtschnik mit heftigen Schlägen seine Percussion-Instrumente bearbeitete, drehte Grabke den Verstärker seiner Gitarre noch einmal ein Stück weiter auf. Dazu sang er mit einer kraftvollen erdigen Heavy-Blues-Stimme und dramatisch geschleudertem Langhaar über wilde Motorradtouren auf amerikanischen Highways und das dabei empfundene Heimweh, das der neuen Platte der Band den Titel gegeben hat.

Ihren Zuhörern gefiel das Ganze offenbar. Schon nach kurzer Zeit konnten sich die meisten von ihnen dem harten Rhythmus von Mirtschniks Trommelkesseln und dem kraftvollen Gitarrenspiel Fynn Claus Grabkes nicht mehr entziehen und begleiteten die Schlag auf Schlag folgenden Songs der beiden mit kollektivem Zucken der Beine und Köpfe.

Wie gesagt: Es war in der Tat kein weihnachtlich besinnliches Konzert am Samstag im "Bollwerk", aber für die Fans harter Heavy-Blues-Klänge war es ein tolles Erlebnis.

Quelle: RP
 
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