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Kommentar
Politik will keinen 2. Eyller Berg

Moers. Die RAG Montan Immobilien GmbH hat dem Stadtrat am Dienstag ihren Sanierungsplan für das 40 Hektar große Areal des Bergwerks West vorgestellt. Innovative Vorschläge, wie mit den belasteten Materialien und Altlasten auf dem Zechengelände an der Friedrich-Heinrich-Allee umgegangen werden soll, blieb das Unternehmen den Politikern allerdings schuldig. Die RAG MI plant trotz der Kritik, die im Vorfeld ihrer Untersuchungen laut geworden war (die CDU hatte schon 2014 versucht, eine Resolution gegen das Vorhaben auf den Weg zu bringen), weiterhin den Bau eines Sicherungsbauwerks auf dem Gelände, unter dem alle Altlasten verbracht werden sollen. Dass es sich um den Stand der Technik handelt, reicht als Argument bei einer solch sensiblen Thematik nicht aus. Nichts fürchten die Kamp-Lintforter mehr als einen zweiten Eyller Berg. Die Sondermülldeponie erregt seit Jahren die Gemüter der Menschen, die sich um ihre Gesundheit sorgen. Grüne und CDU haben sich gestern in Stellung gebracht und fordern mehr Transparenz. Sie lehnen das Vorhaben "Sicherungsbauwerk" strikt ab. Kritik und Sorge der Politiker sind berechtigt - weil sich in direkter Nähe Wohnbebauung befindet und dort 2020 die Landesgartenschau stattfinden wird. Und deshalb hätte die RAG auch über Alternativen sprechen oder zumindest belegen müssen, warum sie nicht machbar sein sollen. Das wäre bürgernah.

anja.katzke@rheinische-post.de

Quelle: RP
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