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Einbruch in Moers
Polizei entdeckt große Drogenplantage

Einbruch in Moers: Polizei entdeckt große Drogenplantage
Die Plantage im Dachgeschoss der Hauses. Die Polizei baute die teuren UV-Lampen, Abdeckfolie und Filteranlagen ab und stellte die Drogen sicher. FOTO: Polizei
Moers. Zeugen meldeten am Wochenenden einen Einbruch in einem Einfamilienhaus in Moers. Die hinzugerufene Polizei machte aber ein verdächtiger Geruch aufmerksam. Im Dachgeschoss fanden die Beamten schließlich Marihuana im Wert von 80.000 Euro. Von Kilian Treß

Der Polizei im Kreis Wesel ist im Kampf gegen den illegalen Cannabis-Anbau ein Coup gelungen. In einem Einfamilienhaus auf dem Reitweg im Moerser Norden hat die Polizei am Sonntag, 14.45 Uhr, etwa zwölf Zehn-Liter-Eimer (vier Kilogramm) getrocknetes Marihuana sowie weitere 30 erntereife Cannabispflanzen gefunden. Insgesamt soll es sich um etwa acht Kilogramm der Droge handeln. Straßenwert: rund 80.000 Euro (etwa 10 Euro pro Gramm). Es ist davon auszugehen, dass bereits mehrere Ernten erfolgt sind. Ein Moerser Ehepaar, das sich zum Zeitpunkt der Durchsuchung im Urlaub befand, ist der mutmaßliche Betreiber der Anlage.

Ein Sprecher der Polizei im Kreis Wesel spricht von einem großen Erfolg der Polizei. Die Cannabisplantage sei offenbar von Profis betrieben worden, sagt der Polizeisprecher. "Das ist wirklich ein großer Fund. Das war alles andere als nur eine Pflanze in einem Kinderzimmer", sagt er. Für die Professionalität spricht zumindest das Indiz, dass eine teure Ausrüstung für die Plantage auf dem Dachboden des Einfamilienhauses verwendet wurde. Das Moerser Ehepaar nutzte für die Aufzucht der Pflanzen gleich mehrere UV-Lampen, deckte die gesamte Plantage mit einer speziellen Folie ab, was – kombiniert mit einer teuren Absaug- und Filteranlage – dafür sorgte, dass der Geruch der extrem riechenden Pflanze neutralisiert wurde. Selbst Anwohner hätten so kaum auf die Plantage aufmerksam werden können. Zudem hat das Ehepaar bei der Stromversorgung den regulären Zählerkasten fachmännisch umgangen, so das auch der Energieversorger getäuscht wurde.

Nach der Spurensicherung durch die Polizei bauten Kriminalbeamte die illegal betriebene Plantage ab und stellten die Pflanzen sicher. Das Ehepaar aus Moers muss nun mit einem Strafverfahren wegen unerlaubtem Besitz und dem Anbau von Betäubungsmitteln rechnen. Je nach Auslegung erwartet das Paar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Dass die Polizei auf die Plantage aufmerksam wurde, ist nur einem großen Zufall zu verdanken. Während der Abwesenheit der Hausbewohner sind zuvor Einbrecher nach Aufhebeln der Hauseingangstür in das Haus eingebrochen. Sie durchwühlten Schränke und Schubladen. Zeugen haben dies beobachet und deswegen die Polizei gerufen. Kriminalbeamte nahmen dann im Rahmen der Spurensicherung den deutlichen Marihuanageruch im Obergeschoss des Hauses wahr.

Dass der Einbruch mit der Plantage im Obergeschoss im Zusammenhang stehen könnte, verneint der Polizeisprecher. "Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass die Einbrecher von der Cannabiszucht Kenntnis hatten." Es wird weiter ermittelt.

 
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