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Kreis Wesel
Polizei sagt Einbrechern den Kampf an

Kreis Wesel: Polizei sagt Einbrechern den Kampf an
Gestern Nachmittag richtete die Polizei einen Kontrollpunkt an der Römerstraße in Moers, unweit des Zubringers zur Autobahn 40 ein. FOTO: KLaus Dieker
Kreis Wesel. Zweite Großaktion: Gestern waren im Kreis Wesel deutlich mehr als 100 Polizisten im Einsatz an ausgesuchten Kontrollstellen an den Straßen. In Wohnquartieren waren Beamte in Zivil unterwegs. Nachbarkreise waren beteiligt. Von Bernfried Paus

Um es Einbrecherbanden schwerer zu machen und zugleich ein deutliches Zeichen zu setzen, hat die Polizei im Kreis Wesel gestern erneut eine groß angelegte Aktion gestartet. An einem guten Dutzend ausgesuchten Stellen im kreisweiten Straßennetz wurden Kontrollstellen eingerichtet. Eine davon war gestern Nachmittag an der Römerstraße in Moers, in Höhe der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Einzelne Fahrzeuge wurden dort gezielt aus dem Verkehr gewunken.

Hintergrund: Im vorigen Jahr sind Einbrecher im Kreis Wesel in 1515 (2014: 1307) Wohnungen oder Häuser eingestiegen. Diese Bilanz hat Landrat Dr. Ansgar Müller als Chef der Polizei am Dienstag vor. Noch betrüblicher: Damit hat sich die Zahl der Einbrüche in einem Zeitraum von nur sieben Jahren mehr als verdoppelt. Und damit auch die Zahl der Menschen, die nicht nur den materiellen Schaden beklagen, sondern auch seelisch mit dem Endringen in die Privatsphäre klarkommen müssen. Viele Opfer leben dauerhaft mit der Angst, dass sich so ein Vorfall jederzeit wiederholen kann. Insgesamt waren gestern deutlich mehr als 100 Beamte an der nach der Premiere im November zweiten Großaktion dieser Art beteiligt. Die Kontrollstellen waren von 12.30 bis 19.30 Uhr über den ganzen Kreis Wesel verteilt. Zeitgleich lief die Polizeiaktion auch in den benachbarten Kreisen Kleve, Viersen, Krefeld, Borken und Coesfeld. Ort und Zeit waren nicht zufällig gesetzt. "Die Stellen ergeben sich auf den Bewegungsprofilen, die wir aus unseren gesammelten Ermittlungsergebnissen analysiert haben", sagte Polizeidirektor Roland Wolff.

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Da rund die Hälfte aller Delikte tagsüber verübt würden, ergebe es Sinn, an der Straße zu stehen, wenn es hell sei. An der Römerstraße in Moers baute sich die Polizei so auf, dass sie den aus Richtung Autobahnzubringer kommenden Verkehr im Blick hatte. Ein Weg, den Einbrecherbanden nehmen, die in die Wohnquartiere unterwegs sind. Auch in denen waren gestern verdeckte Ermittler unterwegs und hielten die Augen auf.

Polizei-Chef Dr. Müller, der die Kollegen am Fuße der Autobahn besuchte, bekräftigte den Nutzen der Aktion, die keineswegs ein plakatives Vorgehen sei, um die Bevölkerung zu beruhigen. Die demonstrative Präsenz diene schon dazu, dass Thema Wachsamkeit vor Einbrechern "ins öffentliche Bewusstsein" zu rufen. Und es schrecke Täter kurzfristig ab, so Kripo-Chef Wolff: "Wir stellen nach solchen Einsätzen über mehrere Tage fest, dass die Zahl der Straftaten sinkt."

Wer aus dem fließenden Verkehr gezogen werde, sei Sache von Erfahrung und Ergebnis von Ermittlungsarbeit, so Wolff. Ein Großteil der Täter käme aus dem Ausland. Daher richte sich das Augenmerk auf Fahrzeuge mit "überregionalen Kennzeichen". Auch wenn die Besatzung sportlich-dynamisch gekleidet sei, passe das ins Profil, gab Wolff kleine Einblicke ins Ermittler-Einmaleins. "Aber da auch schwangere Frauen Einbrüche begehen, gibt es kein fixes Raster", so der Kripo-Chef.

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Der regionale Großeinsatz liefere wichtige Erkenntnisse über Wege und Strategien der Täter. Dabei würden die gesammelten Ergebnisse aus allen beteiligten Polizeibehörden zusammengeführt. Die konzertierte Aktion führe dazu, dass die Bekämpfung der Delikte effizienter werde. "Erklärtes Ziel ist es, den Trend bei der Einbruchskriminalität umzukehren", so Wolff. Er kündigte eine weitere Kontroll-Aktion in den nächsten drei Wochen an.

Bis zum späten Nachmittag zogen die Beamten in Rheinberg-Orsoy einen Fahrer aus dem Verkehr, der unter Drogeneinfluss stand. In Moers wurde einer wegen eines Drogendeliktes vorläufig festgenommen. Im Raum Dinslaken ging ein Mann ins Netz, gegen den ein Haftbefehl vorlag. Einem anderen wird Urkundefälschung zur Last gelegt.

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Quelle: RP
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