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Moers
Poller sollen Moerser Innenstadt sichern

Moers: Poller sollen Moerser Innenstadt sichern
FOTO: Dieker Klaus
Moers. Die CDU-Fraktion beantragt ein Konzept für feststehende und versenkbare Poller in Moers. Werbering, Handelsverband und Stadtverwaltung begrüßen das. Von Josef Pogorzalek

Die Stadt Duisburg macht es vor: Feststehende und versenkbare Poller sollen dort künftig die Innenstadt vor Lkw-Anschlägen schützen. Schon zum Start des Weihnachtsmarkts im November sollen einige Zufahrtsmöglichkeiten in die Fußgängerzone auf diese Weise gesichert sein. Geht es nach der Moerser CDU-Fraktion, werden ähnliche Maßnahmen bald auch in der Grafenstadt ergriffen. Die CDU hat beantragt, ein "Konzept mit starren und versenkbaren Pollern in Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr, Einzelhandelsverband und IHK sowie weiteren Interessenvertretern zu erarbeiten" und der Politik vorzulegen.

Den Christdemokraten geht es auch darum, den Lieferverkehr besser zu regeln und dadurch die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern. Zu oft würden Lieferzeiten nicht eingehalten. "Man muss immer aufpassen, in der Fußgängerzone nicht unter ein Auto zu kommen", sagte gestern der CDU-Fraktionsvorsitzende und Familienvater Ingo Brohl. Wichtig sei es, die Poller so anzulegen, dass Rettungswege und Lieferwege nicht beeinträchtigt werden und dass Anlieger ihre Wohnungen erreichen können. "Es gibt sehr intelligente Systeme", sagte Brohl. Beispielsweise solche, bei denen Poller sich mithilfe von Chipkarten bei Bedarf im Boden versenken ließen.

Dirk Elfgen, Vorsitzender des Moerser Werberings, begrüßte die Idee. "Das ist die einzige machbare Gangart beim Thema Sicherheit", sagte er. Die gestiegenen Sicherheitsauflagen haben die Organisation von Festen in der Innenstadt zuletzt deutlich erschwert. Die Durchführung des Moerser Herbstes an diesem Wochenende stand, wie berichtet, zwischenzeitlich auf der Kippe. Unter anderem Wassertanks und Betonpoller sollen nun für die Sicherheit des Stadtfests sorgen. Die Aufstellung von Pollern könne den organisatorischen Aufwand für Veranstaltungen künftig senken.

Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Handelsverbands Niederrhein, denkt ähnlich. "Der Sicherheitsaspekt ist nicht zu vernachlässigen", sagte er gestern. "Die Anforderungen für alle Veranstalter sind extrem geworden." Allerdings seien Poller, vor allem versenkbare, auch sehr teuer. Für das Duisburger Projekt wurden 700.000 Euro genannt. Die dortigen Poller sollen einem 6,8 Tonnen schweren, 80 km/h schnellen Fahrzeug standhalten können.

"Wir sollten keine Panik schüren", mahnte gestern der SPD-Fraktionsvorsitzende Mark Rosendahl. Es sei aber richtig, über Poller nachzudenken. "Man muss sich fragen, ob es auf Dauer nicht auch wirtschaftlich sinnvoller ist, Veranstaltungen wie Trödelmarkt oder Kirmes auf diese Weise zu schützen als etwa durch Container." Bei der Neugestaltung der Fußgängerzone nach der anstehenden Kanalsanierung in der Altstadt stehe das Thema "Poller" ohnehin auf der Tagesordnung.

Stadtsprecher Thorsten Schröder kündigte gestern an, dass die Stadtverwaltung über das Thema Poller "intensiv nachdenken" wolle. Beide Aspekte - die Sicherheit und die Disziplinierung des Lieferverkehrs - seien wichtig. Auch Schröder sprach davon, vielleicht zunächst die Kanalsanierung abzuwarten. Wann diese startet, sei derzeit aber nicht sicher, sagte Ingo Brohl. "Vielleicht 2019, eher noch später." Er findet, dass das Poller-Konzept für Moers nicht so lange aufgeschoben werden sollte.

Quelle: RP
 
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