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Moers/Kamp-Lintfort
Poststreik sorgt für weniger Blutspenden

Moers/Kamp-Lintfort. Im Sommer kommt es regelmäßig zu einem Rückgang der Spenden. Von Peter Gottschlich

Jeden Sommer geht der Vorrat an Blutkonserven zurück, diesmal laut dem Deutschen Roten Kreuz sogar etwas stärker als in anderen Jahren. "Wir konnten unsere Läger nicht wie sonst füllen", sagt Heinz Kapschak. Er ist Pressesprecher des DRK-Blutspendendienstes West in Ratingen-Breitscheid, der für den rheinischen Teil von NRW zuständig ist. Wie immer seien während der Sommerzeit Spender im Urlaub. Diesmal komme der Streik der Post hinzu, durch den mögliche Spender nicht rechtzeitig zu den Spendetermine hätten eingeladen werden können.

Die Krankenhäuser in Moers und Kamp-Lintfort haben sich seit Jahren auf die Situation eingestellt, dass die Zahl der Blutspender im Sommer zurückgeht und damit der Vorrat an rotem Lebenssaft. "Wir planen langfristig", sagt Regina Ozwirk, Pressesprecherin des St. Josef Krankenhauses in Moers. "Wir haben einen Vertrag mit dem DRK-Blutspendedienst in Breitscheid. So haben wir immer genügend Vorrat. Keine Operation muss verschoben werden."

Das ist auch im Moerser Krankenhaus Bethanien so. "Eine Woche nach Ferienbeginn spüren Kliniken eine Verknappung der Blutkonserven", sagt Pressesprecher Dirk Ruder. "Wir verkürzen die Zeit, in der die Blutkonserven einem Patienten zur Verfügung stehen, um einen Tag. So kommt es zu keinen schwierigen Situationen. Es sind genügend Blutkonserven vorhanden." Die Krankenhäuser können prognostizieren, wie viel roten Lebenssaft sie im Sommer benötigen. "Nur zehn bis zwölf Prozent brauchen wir für Operationen", sagt Jörg Verführt, Pressesprecher des St. Bernhard Hospitales in Kamp-Lintfort.

"Knapp 90 Prozent benötigen wir bei anderen Behandlungen, zum Beispiel Krebstherapien, Herzinfarkten oder Magen-Darm-Blutungen. Der Verbrauch lässt sich abschätzen. Wir planen für die Sommermonate vor." Diese Vorplanung ist nicht einfach, weil Blut sich nur begrenzt hält. "Wir setzen es frisch ein", sagt Dirk Ruder. "Dabei ist auch ein Einsatz innerhalb von 30 Tage erlaubt."

Zur Vorplanung kommt die Sensibilisierung. Zum Beispiel lädt das St.-Bernhard-Hospital mit dem DRK in der letzten Woche vor Ferienbeginn zu einem Blutspendetag ein. "Wir wollen die Menschen für die Verknappung sensibilisieren", sagt Jörg Verführt. "Seit sechs Jahren läuft die Aktion. Diesmal waren mehr als 100 Blutspender da."

Für kommenden Dienstag, 28. Juli, lädt das DRK zu zwei Blutspendeterminen ein: 9 bis 19 Uhr, DRK-Haus gegenüber der Feuerwache in Kamp-Lintfort, Eyller Straße/Ecke Gohrstraße. Und 15 bis 19 Uhr, Franziskushaus in Repelen, Leuschnerstraße. Am 31. Juli, 15 bis 19 Uhr, gibt es einen Blutspendetermin im evangelischen Gemeindehaus, Bismarckstraße 35 b, in Meerbeck. Dort können sich Spender auch typisieren lassen.

Quelle: RP
 
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