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Moers
Premiere für Maler Böhl in der Röhre

Moers: Premiere für Maler Böhl in der Röhre
Hans-Dieter Böhl vor seinen Werken in der Röhre: Die Porträts sind bis Mitte März zu sehen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Viele der gezeigten Porträts sind aus Bewunderung entstanden, sagt der 63-Jährige. Er hat erst vor anderthalb Jahren mit dem Malen begonnen. Seine Ausstellung "handibo - portraits & more" ist bis Mitte März zu sehen. Von Jutta Langhoff

Eine künstlerische Ader hatte Hans-Dieter Böhl schon immer. Doch dass er auch malen kann, darauf ist der 63 Jahre alte, einstige Innenausbau-Handwerker erst vor knapp anderthalb Jahren gekommen. "Durch Zufall", wie er am Sonntag bei der Eröffnung seiner ersten Bilderausstellung in der Moerser Kulturkneipe "Die Röhre" erklärte.

Ein Bekannter habe ihm einen alten Overheadprojektor geschenkt, den er "anfangs einfach nur mal ausprobieren wollte". Was er auch tat, und zwar mit einem Zeitschriftenbild des kanadischen Sängers und Poeten Leonard Cohen. "Das ergab einen total interessanten Schattenriss", erinnert er sich. "Und da habe ich halt zum Pinsel gegriffen."

Ein für ihn eher ungewöhnliches Handwerkszeug, denn Hans-Dieter Böhl hatte bis dahin Mosaikbilder gemacht, also mit Porzellan-, Stein- und Keramikstücken gearbeitet. Dass er auch malen kann, beweist seine derzeitige Ausstellung "handibo - portraits & more" in der "Röhre". Sie zeigt neben einem stark stilisierten Schattenbild von Pina Bausch und zwei weiteren ähnlichen Bildern mit jüdischen Siedlern und Menschen im Krieg auch einige rein abstrakte Farb- und Flächenkompositionen, sowie die Interpretation von Werken zweier expressionistischer Maler.

Den Hauptteil der Ausstellung machen jedoch Porträts von bekannten Schauspielern, Musikern, Schriftstellern und anderen Persönlichkeiten aus, darunter ein gespenstisch beleuchtetes Halbprofil des ehemaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Ferdinand Piëch in Schwarz- und Grautönen, ein farbiges Ganzkörperbild von Michel Houellebecq, dem Autor des derb-düsteren Romans "Elementarteilchen", sowie eine ebenfalls farbige Darstellung des mexikanischen Künstlerpaares Frida Kahlo und Diego Rivera.

Viele der gezeigten Porträts sind aus Bewunderung entstanden. So zum Beispiel das der deutschen Schauspielerin Katharina Thalbach. "Weil das eine ganz tolle und lustige Frau ist." Bei anderen war dagegen lediglich ein gewisses kulturelles oder gesellschaftspolitisches Interesse ausschlaggebend gewesen. "Ich male alles, was mich interessiert oder auch irgendwie anders berührt", beschrieb Hans-Dieter Böhl die Wahl seiner Motive.

"Dies ist meine erste Bilderausstellung. Und ich freue mich sehr, dass sie ausgerechnet hier in der 'Röhre' stattfindet, erklärte er am Sonntag. "Hier hat meine Sozialisation stattgefunden. Hier fühle mich irgendwie zu Hause."

Hans-Dieter Böhl zeigt seine Arbeiten in der Röhre auf Einladung des Vereins "Kulturinitiative Moers" noch bis Mitte März. Danach hat er schon zwei weitere Termine, einen in der Kantine einer Duisburger Bildungseinrichtung und einen weiteren im Moerser Gartencenter Den Driver an der Rheinberger Straße.

Dort werden dann voraussichtlich auch schon einige seiner zurzeit ganz neu in Angriff genommenen Ton- und Holzskulpturen zu sehen sein.

Quelle: RP
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