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Moers
Prüfbericht warnt vor Schlosstheater-Insolvenz

Moers. Ein Gutachten der Krefelder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM Verhülsdonk stellt dem ehemaligen Geschäftsführer der Kultur GmbH, Ulrich Greb und dem Aufsichtsrat der Gesellschaft ein miserables Zeugnis aus, sieht aber kein rechtswidriges Handeln. Das geht aus einem 45-seitigen Sonderprüfungsbericht vor, der unserer Redaktion jetzt vorliegt.

Das Papier bestätigt im wesentlichen die Berechnungen des noch amtierenden Geschäftsführers Dirk Hohensträter, der mehrfach vor einer drohenden Insolvenz der Gesellschaft gewarnt hatte. Auch wenn aufgrund von zusätzlichen Bundeszuschüssen und Garantieerklärungen der Stadt, derzeit kein akutes Risiko der Zahlungsunfähigkeit bestehe, drohe "ohne Maßnahmen zur dauerhaften Beseitigung des strukturellen Defizits grundsätzlich auch in Zukunft die Gefahr einer Insolvenz".

Anders als bisher angenommen wurde, könnte eine Insolvenz der Kultur GmbH auch das Schlosstheater mit in den Abgrund ziehen, da "mit hoher Wahrscheinlichkeit" davon auszugehen sei, dass ein Insolvenzverwalter die Zahlungen der Kultur GmbH an das Theater einstellen werde. Die Wirtschaftsprüfer empfehlen daher, die Schlosstheater-Anteile an die Stadt Moers zu übertragen.

Insgesamt kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass die Einsparungen, die sich Greb vom Umzug aus dem Zelt im Freizeitpark in die Festivalhalle versprochen hatte, nicht eingetroffen sind. Im Gegenteil: Schloss das Festival im letzten "Zeltjahr" 2013 noch mit einem Minus von 333.622,21 Euro, waren es 2015 in der Halle 449.945,31 Euro.

Der Prüfbericht hält fest, dass Greb 2015 zwar von einem drohenden "strukturellen Defizit" gesprochen, dieses aber nicht beziffert habe. Dennoch hätten Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung dem Wirtschaftsplan zugestimmt.

(ock)
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