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Moers
Publikum geht auf Zeitreise mit Sia Korthaus

Moers. Die Landung von Kabarettistin Sia Korthaus mit ihrer Zeitmaschine war punktgenau. Proppenvoll war das Rheinkamper Kulturzentrum, wie die Moerser Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Folkerts feststellte. "Lassen Sie uns den 8. März als Tag der kleinen Erfolge mit Humor feiern", sagte sie. Weiterhin auf der Agenda blieben Fragen sowie die Vereinbarkeit von Frau und Beruf. "Das alles bleibt viel zu sehr unser Thema", so Folkerts, die zum Weltfrauentag den Unterhaltungsmodus wählte, ganz nach dem Motto der Kabarettistin Sia Korthaus: "Sorgen? Mache ich mir morgen!"

Mit viel Getöse landet sie auf der Bühne im Kulturzentrum, pellt sich aus ihrem silberfarbigen Anzug mit Live-Chip und Anwohnerausweis. Sie weiß Bescheid, denn schließlich ist sie aus dem Jahr 2054 mit ihrer Zeitmaschine zurückgekehrt, um mit Witz, Ironie und Gesang als nunmehr 86-Jährige über weltumspannende Veränderungen zu berichten.

Ihr Programm bewegt sich zwischen Flowerpower und Cybersex. Es ist bunt, geistreich und gespickt mit feinem Humor, der ankommt. Die Glaskugel, um in die Zukunft zu schauen, braucht keiner mehr. Sia hat alles bereits erlebt. Seit 2035 gibt schon keine Dollarwährung mehr, in Griechenland wird in Pfund gerechnet und das Ozonloch ist zu, Weihnachten wird bei milden Temperaturen bundesweit gegrillt. Alkohol ist verboten. Aber so ganz allein ist Sia mit ihrer Zeitdroschke nicht unterwegs, sondern lässt sich vom Zeit-Taxifahrer kutschieren: eine redselige Handpuppe, Ede Olschewski, Berliner Schnauze mit Herz. Da heißt es einfach nur anschnallen, Ohren auf und hören lassen, was der Menschheit in naher Zukunft noch alles bevorsteht.

Und die nächste Generation? Einfach aus dem Reagenzglas, weil dann das Timing besser passt. Sia düst durch die Jahrzehnte, entdeckt männliche Konstante und setzt zum Hieb an: "Männer schnarchen immer noch." Ob man auch 2054 von seiner Rente leben kann? Sie revidiert die weit verbreitete Praxis, in jungen Jahren für später vorsorgen zu müssen. Der Moment sei wichtig. Sie hat alles verkauft, reist und geht erst, wenn die Party zu Ende ist. "Die Zeit, die wir uns nehmen, das ist die Zeit, die uns etwas gibt."

Das Publikum war begeistert und spendete viel Applaus.

(sabi)
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