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Unsere Woche
Radieschen nach Feierabend

Moers. Immer mehr Menschen kaufen im Internet. Wenn Innenstädte in Moers für Käufer attraktiv bleiben wollen, müssen sie kreativ sein. Ein Feierabendmarkt wäre ein Anfang.

Auf erfreulich positive Resonanz ist im Moerser Hauptausschuss ein Vorschlag der CDU zur Einrichtung eines Feierabendmarktes gestoßen. Auch wenn es noch keine Abstimmung gab, hat sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder davon überzeugen lassen, dass ein Markt etwa in der Zeit zwischen 16 und 20 Uhr für Moers eine gute Sache wäre.

Ob etwas daraus wird, hängt von mehreren Faktoren ab. So wäre, folgt man den Ausführungen des Experten Siegbert Panteleit, ein Termin zum Wochenende hin ideal. Doch da gibt es schon am Freitagmorgen den Wochenmarkt, der in Moers immer noch sehr gut besucht ist. Auch der Donnerstagabend wäre nicht ideal, schlösse er doch Teile der Wochenmarktbeschicker aus. Die dürften kaum Lust haben, bis spät abends zu schuften, um dann am nächsten Morgen um fünf schon wieder auf den Beinen zu sein.

Zudem müssen Händler und Gastronomen gefunden werden, die willens sind, das besondere Flair zu schaffen, das ein Feierabendmarkt seinen Besuchern bieten muss. Der lebt nämlich, darin dem Weihnachtsmarkt nicht unähnlich, nicht nur von seiner Waren-, sondern vor allem von seiner Aufenthaltsqualität. Wenn ich auf dem Markt bummeln, klönen und verweilen und dabei auch noch genießen kann, dann wird er sich durchsetzen.

Doch der Markt kann nur ein Puzzle-Stückchen sein, um die Moerser Innenstadt für Kunden attraktiver zu machen. Auch wenn die jüngste Umfrage, die rückläufige Besucherzahlen für die Steinstraße aufweist, mit Vorsicht zu genießen ist, scheint der Trend doch klar zu sein: Bürger strömen in die Metropolen, weil ihnen dort etwas geboten wird. Einkaufszonen in Klein- und Mittelstädten müssen sich in Zukunft auf Umsatzrückgänge im zweistelligen Bereich einstellen, wenn sie nicht entscheiden gegensteuern.

Dabei ist übrigens, anders als der Einzelhandelsverband glaubt, nicht die absolute Höhe der Parkgebühren entscheidend, sondern die Relation zwischen Parkgebühren und gebotenem Einkaufserlebnis. Anders ist es ja nicht zu erklären, dass Städte wie Düsseldorf und Köln, in denen Autofahrer kräftig zur Kasse gebeten werden, weiter steigende Besucherzahlen melden.

Noch dringender als an der Steinstraße, besteht an der Homberger Straße Handlungsbedarf. Trotz Bahnhofsverschönerung und Umgestaltung des Vinzenzparks droht das Viertel nach dem vorläufigen Aus für die Grafengalerie ins Zwielicht abzugleiten. Gegenkonzepte? Fehlanzeige.

Ein schönes Wochenende! juergen.stock@rheinische-post.de

Quelle: RP
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