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Moers
Radomski bei Koalitionsverhandlungen

Moers: Radomski bei Koalitionsverhandlungen
Beifall für die Siegerin: Kerstin Radomski verfolgte am späten Sonntagabend die Ergebnisse der Hochrechnung in der Krefelder Geschäftsstelle der CDU. FOTO: Lammertz
Moers. Zum ersten Mal wird die Krefelder CDU-Abgeordnete nach ihrem Wahlsieg an den Gesprächen mit Vertretern anderer Parteien zur Bildung einer neuen Bundesregierung teilnehmen. Verliererin Buttkereit (SPD) blickt auf Neukirchen-Vluyn. Von Jürgen Stock

Für heute Mittag zwölf Uhr steht mit der Landesgruppensitzung der CDU der erste Berliner Termin auf der Agenda von Kerstin Radomski.. Die Krefelderin hatte den Wahlkreis 114 zum ersten Mal direkt für die CDU geholt und dabei in Krefeld Elke Buttkereit aus Neukirchen-Vluyn um knapp fünf Prozentpunkte distanziert. Zeit zu feiern bleibt ihr nicht, denn nach der Landesgruppensitzung steht bereits eine gemeinsame Fraktionssitzung mit den alten und neuen Mitgliedern an. "Dabei dürfte es ziemlich eng werden", sagt die Abgeordnete.

Sie erinnert sich noch gut an ihre Premiere vor vier Jahren. Als Neuling hatte sie dabei nur die Zuschauerrolle. Doch in diesem Jahr wird sie von Anfang an in den Prozess der Regierungsbildung miteingespannt. Sie wird einer der Arbeitsgruppen zugeteilt werden, die gemeinsam mit Vertretern der anderen Fraktionen, mutmaßlich FDP und Grüne, den Koalitionsvertrag aushandeln werden. "Darauf freue ich mich schon", sagt sie ganz ohne Ironie. Sie weiß, dass die Verhandlungen zwischen so ungleichen Partnern wie CSU und Grünen nicht einfach sein werden. "Aber ich weiß auch, dass es in allen Fraktionen vernünftige Leute gibt."

Mit versteinerter Miene registrierte SPD-Kandidatin Elke Buttkereit in Neukirchen ihre Wahlniederlage. FOTO: Klaus Dieker

Besonders hat sie nach ihrem fulminanten Wahlsieg gefreut, dass Siegmund Ehrmann, ihr SPD-Vorgänger als Abgeordneter für den Wahlkreis 114 zum Sieg gratuliert hat. Auch für Ehrmann steht heute eine gemeinsame Fraktionssitzung mit den "Neuen" auf dem Programm. Am Abend wird er dann verabschiedet. Offiziell bleibt Ehrmann noch so lange im Amt, bis der neue Bundestag sich Ende Oktober zu seiner ersten konstituierenden Sitzung trifft. Bis dahin muss Ehrmann seine Büros in Berlin und in der Moerser Hopfenstraße auflösen. Eine schwere Aufgabe. "Ich stehe ja in der Verantwortung für meine Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnis am 31. Oktober endet. Da müssen wir dann gemeinsam sehen, wie es weiter geht."

Weiter geht es auf jeden Fall für Ulle Schauws. Die Krefelderin schaffte über die Landesliste der Grünen erneut den Einzug in den Bundestag. Noch in der Wahlnacht forderte sie ein Zusammenrücken der Parteien: "Da haben wir alten demokratischen Kräfte zusammen noch viel zu tun", sagte sie. "In einem Bundestag, in dem die AfD sitzt, muss die Politik ein klares demokratisches Profil zeigen." Für eine Jamaika-Koalition im Bund ist sie offen: "Wir werden mit allen Parteien - außer mit der AfD - reden müssen." Aber es gebe "klare rote Linien", wo die Grünen die Grenzen ihrer Kompromissbereitschaft ziehen: "Das sind nicht nur ökologische Themen, sondern auch soziale - und die Europa-Frage." Eine erste Vorentscheidung für oder gegen Jamaika könnte schon am Donnerstag fallen, wenn die Kreis-Grünen ihre Delegierten für die Bundesversammlung wählen, die einen Koalitionsvertrag absegnen muss.

Ulle Schauws darf für die Grünen wieder in den Bundestag. FOTO: petra diederichs

Während der Blick der einen schon nach Berlin und Brüssel geht, weiß Elke Buttkereit, dass sie jetzt wieder ihren Büro-Job antreten muss und dass ihre politische Perspektive vorerst vom Vluyner Schulplatz und der Neukirchener Hans-Böckler-Straße begrenzt wird. Für sie steht jetzt erst einmal die Fraktionsvorstandssitzung im Rat an. Dort will sie politisch weitermachen. "Mein Fokus liegt jetzt auf der Kommunalwahl 2020."

Quelle: RP
 
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