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Moers
Reise in die industrielle Vergangenheit

Moers. Industriekultur am Niederrhein: Eisenbahnromantik, Kaffeeduft und ganz viel Geschichte. Wir stellen Ausflüge für die ganze Familie vor.

Der Wandel der Zeit macht auch vor der Industrie keinen Halt. Ganze Branchen sterben aus - mit Konsequenzen für die regionalen Standorte. Doch aus der Not wird eine Tugend gemacht, und Industriekulturgüter entstehen. Deutlich zu sehen ist das zum Beispiel in Wesel dank des Vereins Historischer Schienenverkehr Wesel.

Es dampft, ruckelt und geht in einem gemächlichen Tempo vorwärts. Dennoch stehen die Menschen Schlange, um eine Fahrt mit einer der alten Lokomotiven des Vereins zu unternehmen. Die Fahrzeuge wurden in teils schrottreifem Zustand erworben und in mühevoller Arbeit in einen technisch einwandfreien und historisch getreuen Zustand gebracht. Die Passagiere genießen ein Stück Eisenbahnromantik und den typischen Komfort eines Personenwagens aus den Baujahren zwischen 1908 und 1935. www.hsw-wesel.de

Zeitgeschichtlich wird es auch in Kamp-Lintfort. Dort befindet sich das Haus des Bergmanns, ein Museumshaus inmitten der größten zusammenhängenden Bergarbeiter-Siedlung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Das Haus wurde in den Originalzustand zurückversetzt und gewährt einen Einblick in die Lebensumstände und Wohnverhältnisse einer Bergarbeiterfamilie in den 20er/30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. www.bergmannstradition.de

Welche kult urelle Bedeutung der Bergbau für die Region hatte, zeigt das so genannte Moerser Geleucht. Dabei handelt es sich um eine gut 30 Meter hohe begehbare Nachbildung einer originalen Grubenlampe. Sie wurde von dem Künstler Otto Piene geschaffen und steht mitten auf der Halde Rheinpreußen. Die Halde, einst ein Abfallprodukt des Bergbaus, ist heute durch Rekultivierung eine sehenswerte Kulturstätte und ideales Ausflugsziel für Naturfreunde. www.das-geleucht.de

Bergbau und Niederrhein, das passt. Aber was hat Kaffee mit der Region zu tun? Die Antwort darauf gibt es in Emmerich. Genauer gesagt im Museum für Kaffeetechnik. Einer der europäischen Pioniere in der Herstellung von Kaffee-Röstgeräten war der Emmericher Kaufmann und führende Rohkaffee-Importeur Deutschlands, Alexius van Gülpen. Er gründete mit weiteren Mitstreitern 1868 ein Unternehmen zur Herstellung von Röstmaschinen. Das Museum zeigt einen Ausschnitt dieser Entwicklung anhand verschiedener Maschinen. Neben den Röstern geben Mühlen, Waagen und eine Ladeneinrichtung den Besuchern einen Eindruck von der Geschichte der Branche. www.museumfuerkaffeetechnik.de

Noch weiter zurück in die Historie geht es in Xanten. In der alten Römerstadt begegnen den Besuchern Geschichte und Geschichten auf Schritt und Tritt. Besonders geheimnisvoll geht es im Siegfried Museum zu. Auf zum Teil überbauten historischen Gebäuderesten beherbergt das Museum Ausstellungsstücke aus 600 Jahren Nibelungenrezeption und zeigt ein dramatisches Bild jeder einzelnen Epoche. Dichtung oder Wahrheit - das Museum klärt darüber auf, warum das Nibelungenlied zu einem nationalen Mythos wurde. www.siegfriedmuseum-xanten.de

Ähnlich spannend ist der Besuch im StiftsMuseum Xanten, eines der schönsten kirchlichen Museen. Es beherbergt den Kirchenschatz des Xantener St. Viktor-Doms. Das Museum befindet sich in den historischen Gebäuden des ehemaligen Kanoniker-Stifts von St. Viktor, dessen Geschichte bis in die Mitte des 8. Jahrhunderts reicht. www.stiftsmuseum-xanten.de

Heimatkunde wird im Kreis Viersen groß geschrieben. Im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath wird die Kultur des Niederrheins lebendig. Die Museumsgäste entdecken das Alltagsleben am Niederrhein in seinen verschiedenen historischen Facetten sowie die Traditionen, Wirtschafts- und Lebensweisen der Menschen aus der Region. www.niederrheinisches-freilichtmuseum.de

Quelle: RP
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