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Moers
Reitsportmesse lockt Pferdefreunde an

Moers. Drei Tage lang genossen viele Sportbegeisterte der Region eine "Niederrhein-Equitana" in den Hallen der Messe Kalkar. 190 Aussteller und viele tausend Besucher waren vom Angebot und dem Programm in den Aktionsringen begeistert. Von Anja Settnik

Es ist noch gar nicht so lange her, da rümpften "richtige" Reiter über alles, was Western-Boots und einen Cowboyhut trug, abwertend die Nase. Reiter maßen sich in weißen Hemden und schwarzen Jacken auf den Springparcours und Dressurvierecken der Region. Wer anders reiten wollte, war bestenfalls ein belächelter "Buschreiter". Das hat sich gründlich geändert: Zwar ist der große Sport der "englischen" Reiter noch immer flächendeckend vertreten, aber ungezählte junge und ältere Menschen haben sich anderen Pferdesportdisziplinen zugewandt.

Und das ist nicht zuletzt am Angebot von Messen wie der in Kalkar abzulesen. Die "Reitsportmesse Niederrhein" lockte alle Sorten Reiter an die Stände zahlreicher Ausstatter, bei denen es vom Führstrick bis zur Höhensonne für Pferde alles zu kaufen gab. Auch diverse Futtersorten, Boxen, Weidezäune oder Mini-Trecker stießen auf Interesse. Da Reiten - insbesondere im Bereich Breitensport und bei der Jugend - vorwiegend ein Thema für Mädchen und Frauen ist, gab es auch ungezählte Angebote von schicker Sportkleidung. Mit Stiefeln und ein bis zwei Reithosen im Schrank ist es längst nicht mehr getan. Ob Socken, T-Shirts, Reit-Jeans, Stiefeletten, Jacken oder Mäntel: Modebewussten Reitern steht eine nahezu unendliche Produktvielfalt zur Verfügung. Da geraten so unverzichtbare Dinge wie passende Helme, die es natürlich ebenfalls gab, schon beinahe ins Hintertreffen.

Rudi Lodewick als Vorsitzender des Kreispferdesportverbandes freute sich darüber, dass die 6000 Mitglieder seines Verbandes mit der Messe die Chance bekamen, sich nicht nur von der rein sportlichen Seite zu zeigen, "sondern auch andere Seiten der Branche" zu präsentieren: Vereine mit ihrer Nachwuchsarbeit, Pferdezuchtbetriebe oder Ponyhöfe. Gleich am ersten Tag der Regionalmesse machten einige Vereine direkt am Aktionsring der "HanseHalle Grieth" auf sich aufmerksam. Großformatige Fotos berichteten von Reitstunden und Theorie-Pauken der Jüngsten, von Nikolausfeiern, Pferdepflege und Sommerlagern. Um daran teilnehmen zu können ist meist nicht einmal ein eigenes Pferd nötig: Viele Kinder lernen auf Schulpferden "das Glück der Erde" kennen.

"Horse Agility", Balance und Gymnastizierung, Wanderreiten oder gar "Horsemanship", die ganz besondere Kommunikation zwischen Reiter und Pferd - über all das konnten die Besucher der Messe viel erfahren. Selbst Vertreter der klassischen Reitweisen guckten sich hier und da mal an, was aus Problempferden werden kann, wenn mit Sensibilität und Fachkenntnis auch mal alternative Wege beschritten werden. Nicht für jeden ist eine zügellose "Liberty"-Dressur der Höhepunkt der Arbeit mit dem Pferd, aber beeindruckend ist so etwas schon. Auch den Westernreitern, die ihre Quarter-Horses scheinbar mühelos aus dem Stand in den Galopp, um Stangen herum und wieder zum Stopp bekamen, wurde viel Interesse entgegengebracht. Ein anderes ästhetisches Vergnügen sind die spanischen oder portugiesischen Pferde, die in klassischer Reitweise showmäßig vorgestellt wurden. Und dann gab's da noch die zähen, kleinen Connemaras, die Camarguepferde oder die beeindruckenden Friesen - jeder Fan einer dieser Rassen wird die Vorführung "seiner" Pferde als Höhepunkt empfunden haben. Gegen Abend "erinnerte" Christine Nolden aus Asperden daran, dass der Niederrhein bei aller Freude am Freizeit- und Hobbyreiten auch im großen (Dressur)Sport eine ganz wichtige Nummer ist. Der Samstag war den Jüngsten gewidmet und warb (bei freiem Eintritt für Kinder) mit Voltigier- und Reitstunden für den Pferdesport. Körperlichen Problemen ihres vierbeinigen Sportpartners begegnen immer mehr Reiter mit Thermographie, "Equiscan" zur Sattelanpassung oder Shiatsu. Damit auch lange Ausritte für Mensch und Tier ein Vergnügen bleiben. Wem der Niederrhein dazu übrigens nicht genügt, konnte sich Broschüren über Reiterferien auf der ganzen Welt mitnehmen.

Quelle: RP
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