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Moers
Repelen tanzt beim Kulturrucksack

Moers. Rekids zeigten ein Theaterstück über die Begriffe "Behütet" und "Hut".

Die Kinder schwammen mit orangen, grünen und violetten Badekappen durchs Wasser, um die Untiefen des Lebens hinter sich zu lassen. Sie tanzten mit weißen Panamahüten im Gewölbe der Repelener Dorfkirche, um die Sonne des Glücks einzufangen. Oder sie saßen ohne Kappen und Hüten auf dem Boden, um ihr Nicht-Behütet-Sein zu beweinen. Hüte standen im Mittelpunkt des Theaterstückes "Behütet". Symbolisieren Hüte doch das "Behütet-Sein" und das "Mensch-Sein", weil sich unter jeder Kopfbedeckung ein Gesicht mit Augen, Nasen und Mund befindet, über das sich der erste Kontakt zu anderen Menschen aufbaut. "Was mache ich, wenn ich das Behütet-Sein verliere? Wie finde ich wieder Vertrauen?" Mit diesen Fragen setzen sich nach Sigrid Nikel-Bronner Kinder in dem Stück auseinander. "Es ist für Kinder wichtig, in einem geschützten Raum groß zu werden." Als Theaterpadägogin und Tanztherapeutin hatte sie die Idee zu dem Stück und schrieb die Geschichte. "Am Ende des Stückes findet ein Kind, das geweint hat, ganz langsam wieder Vertrauen."

Sie wählte zusammen mit Isabelle Wagner, der Leiterin der offenen Einrichtung für Repelener Kinder, sieben Darsteller aus. Drei Monate lang probten die Zehn-, Elf- und Zwölfjährigen in den Rekids-Räumen an der Talstraße, jeden Donnerstagnachmittag eineinhalb Stunden. "Ich habe ihnen Bewegungen gezeigt", erzählt Sigrid Nikel-Bronner, die künstlerisch von Pina Bauschs Tanztheater beeinflusst ist. "Die Kinder konnten improvisieren." Musikalisch unterlegte sie "Behütet" mit verschiedenen Kompositionen, die auch bei der Tanzakrobatikgruppe "Cirque de Soleil" oder bei Pina Bausch im Hintergrund laufen. Das Ergebnis präsentierten die jungen Künstler jetzt in der Repelener Dorfkirche. Damit schloss in Repelen dieses Projekt des Kulturrucksacks.

(got)
 
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