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Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel (Folge 6)
Rezepte für die erfolgreiche Bewerbung

Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel (Folge 6): Rezepte für die erfolgreiche Bewerbung
Alina Beschmann macht eine Ausbildung zur Lacklaborantin, dahinter Christine Thannheiser-Rumpf, Leiterin Personalentwicklung bei der Byk Chemie. FOTO: E. Malz
Moers. Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel gibt wertvolle Tipps für den Start ins Berufsleben. Ein Beispiel für den gelungenen Einstieg liefert heute die angehende Lacklaborantin Alina Beschmann (22) aus Orsoy. Von Fritz Schubert

Mit Herzblut und ein paar Kardinaltugenden geht vieles leichter: Das hatte Norbert Borgmann, stellvertretender Kreishandwerksmeister und Obermeister der HSK-Innung (Heizung, Sanitär, Klima) in Folge fünf der Serie zur Ausbildungsinitiative betont. Und was fürs Handwerk gilt, das gilt auch für alle anderen Sparten des Berufslebens. Alina Beschmann (20) aus Orsoy ist ein Beispiel für eine gelungene Bewerbung in der Industrie. Sie wird bei der Byk Chemie in Wesel Lacklaborantin und hat wesentliche Schritte beherzigt.

Schon in der Schulzeit am Amplonius-Gymnasium Rheinberg zeigte Beschmann mit der Wahl des Fachs Chemie als Leistungskurs eine Orientierung. 2011 absolvierte sie in den Ferien ein zweiwöchiges Praktikum bei Byk. "Das hat mir sehr gut gefallen und mir gezeigt, dass es der richtige Job für mich ist, dass es das ist, was ich machen will", sagt sie. Nach dem Abitur 2014 begann ihre Ausbildung. Beworben hatte sie sich ein Jahr vorher. Auf den Internetseiten des Unternehmens hatte sie sich die Informationen über die verschiedenen Berufsfelder bei Byk herausgesucht und diese in ihrer Bewerbung aufgegriffen. Mit 29 anderen Bewerbern ging sie ins Rennen um drei Lacklaboranten-Stellen. Das ist zwar ein ungeheuer seltener Beruf, aber einer, der für den Farb-Spezialisten Byk Chemie überaus wichtig ist. Alfred Dallarosa, Brigitte Kapp und Annika Gerbener haben derzeit acht junge Leute im Ausbildungslabor unter ihren Fittichen.

Weil der spezielle Job so selten ist, gibt es am Markt keine Einstellungstests. Stattdessen setzt Byk nach einem ersten Gespräch mit den Ausbildern (Beschmann: "Ich war total aufgeregt") auf einen Probearbeitstag. An dem kam es dann völlig unverhofft zu einem weiteren Gespräch. Dem mit Christine Thannheiser-Rumpf, Leiterin Personalentwicklung. Vergangenheit. Vielleicht kann Alina Beschmann schon 2017 zur vorgezogenen Prüfung antreten. Thannheiser-Rumpf kann nur bestätigen, dass Beschmann alles richtig gemacht hat: Praktikum absolviert, früh beworben, Beispiele für Motivation gegeben und persönlich überzeugt. Gerade bei Lacklaboranten sind gewisse Fertigkeiten und Fähigkeiten gefordert, sagt Thannheiser-Rumpf. 2015 bewarben sich bei der Byk Chemie allein in Wesel 860 junge Leute auf 15 Ausbildungsplätze. Zurzeit wird in neun Berufen ausgebildet. Einen automatisierten Filter gibt es nicht, sagt Thannheiser-Rumf: "Wir schauen uns jeden einzelnen Bewerber an. Einladen können wir dann nicht alle, aber jeder bekommt eine Antwort. Wertschätzung gilt nicht nur intern."

Die Byk Chemie achtet bei Bewerbungen auch auf Anhaltspunkte für Engagement. Dauerhafte ehrenamtliche Arbeit als Kassenwart in einem Verein (Ehrlichkeit, Verlässlichkeit) kann das ebenso sein wie das Wirken als Mannschaftskapitän im Fußball (Teamfähigkeit, Durchsetzungsstärke).

Konkrete Tipps: Anschreiben und Lebenslauf in der Bewerbung sollten jeweils auf eine DIN A-4-Seite passen, Wiederholungen sollten vermieden und das Interesse am Beruf klar deutlich gemacht werden. Herkömmliche Bewerbungen auf Papier sind willkommen. Byk nimmt sie aber gerne per E-Mail. Thannheiser-Rumpf: "Das spart Bewerbern Kosten für Kopien und Foto und uns bei der Bearbeitung viel Zeit. Außerdem wichtig beim Postweg: Originale immer behalten und nur Kopien verschicken."

Quelle: RP
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