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Rheurdt
Rheurdt ist für schnelles Internet

Rheurdt. Hauptausschuss beschließt Vertrag mit Netzbetreiber "Deutsche Glasfaser", damit die Gemeinde mit Glasfaser flächendeckend verkabelt wird. Von Peter Gottschlich

In Borken und im Kreis Heinsberg hat die Deutsche Glasfaser GmbH bereits Glasfasernetze verlegt, damit die Kunden schneller im Internet surfen und brillanter Fernsehen schauen können. Ab Herbst 2016 will dieser Netzbetreiber auch die Kommunen im Südkreis Kleve mit Glasfaser verkabeln. Am Montagabend sprachen sich alle Mitglieder des Rheurdter Hauptausschusses dafür aus, mit der Deutschen Glasfaser einen Vertrag über einen "möglichst flächendeckenden" Ausbau zu schließen.

Die Deutsche Glasfaser, die durch einen niederländischen Glasfasernetzbetreiber entstanden ist, setzt auf die FTTH-Technik. Sie verlegt die Glasfaser bis ins Haus. "Wenn das letzte Stück Leitung aus Kupfer besteht, ist bei 100 Megabit pro Sekunde Schluss", sagt Marko Westenberg, Regionalmanager der Deutschen Glasfaser für den Niederrhein, der am Montagabend das Vorhaben im Hauptausschuss vorstellte. "Bei uns beginnt die Leistung bei 100 Megabit. Durch den Kabelquerschnitt sind 2,0 Gigabit möglich, also 20 Mal so viel." Dazu schwankt in einem kompletten Glasfasernetz die Leistung nicht. "Abends um 20 Uhr ist es genauso schnell wie nachts um 4 Uhr", versichert der Regionalmanager.

Er prognostiziert steigenden Bedarf: "In den Niederlanden wird Fernsehen zu über 50 Prozent über Youtube geschaut. Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio gibt es Bildauflösungen, die von einem Grundnetz mit 100 Megabit kaum noch geschafft werden." Marko Westenberg kennt die Schwierigkeiten, neben das Netz der Deutschen Telekom, das ab der letzten Verteilung aus Kupferdraht besteht, ein neues zu bauen, das aus Glaserfaser aufgebaut ist. Zum ersten sind es die Kosten, jedes Haus und auf Wunsch auch jede Wohnung mit Glasfaser zu erschließen. "Einen Ausschluss zu verlegen, kostet im Durchschnitt 1500 Euro", sagt er.

Diese 1500 Euro ergeben sich allerdings nur, wenn 40 oder mehr Prozent der Haushalte einen FTTH-Anschluss wünschen. Über die Gebühr, 34,95 Euro im Monat für die ersten Jahre, refinanziert die Deutsche Glasfaser diese Investition. Das funktioniert aber nur, wenn die Kunden mindestens vier Jahre dabeibleiben und nicht nach zwei Jahren zu ihrem alten Anbieter wechseln. Das ist erlaubt, weil nach dem Telekommunikationsgesetz Verträge über mehr als zwei Jahre unzulässig sind. "Deshalb müssen wir gut sein", erklärt der Regionalmanager. "Nach den Erfahrungen steigt jedes Jahr die Kundenzahl." Das zweite Problem sind die Bauarbeiten. "Die Bürgersteige werden aber nur für einen Tag geöffnet", sagt Marko Westenberg, um mit einem Schmunzeln auf seine niederländische Herkunft zu ergänzen. "Dann kommt ein oranges Kunststoffrohr hinein." In dieses Rohr wird später die Glasfaser eingeführt. Die letzten Meter, die zwischen Bürgersteig und Haus liegen, werden mit einem Spezialverfahren unter der Erde gedrückt, damit Vorgärten unberührt bleiben.

Im Frühsommer will die Deutsche Glasfaser damit beginnen, auf Informationsveranstaltungen für das Glasfasernetz zu werben, über das auch telefoniert werden kann. Es soll über 90 Prozent der Gebäude der Gemeinde erreichen, vom Niederend bis zum Neufeld, von Saelhuysen bis zum Heiligenbruch. Noch nicht klar ist, ob Kengen angeschlossen werden kann. Wenn mehr als 40 Prozent der möglichen 2200 Haushalte einen Vertrag unterschreiben, würde Ende 2016 mit dem Bau des Glasfasernetzes begonnen werden.

"So ein Netz ist ein echter Standortvorteil für unsere Gemeinde", unterstreicht Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen. "Es ist eine einmalige Chance."

Quelle: RP
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