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Moers
Rheurdter Schützen kaufen die Turmstation

Moers: Rheurdter Schützen kaufen die Turmstation
Wenn es nach den Schützen geht, soll der Turm ein Dorado für Tiere werden. FOTO: Westnetz GmbH
Moers. Die St.-Nikolaus-Bruderschaft erwirbt den Bau gegenüber dem alten Schaephuysener Bahnhof, um dort ihre Festutensilien zu lagern. Doch sie haben mit dem Turm auch Pläne für den Artenschutz. Von Stefan Gilsbach

Die Turmstation "Bahnhof" steht am östlichen Ortsausgang und ist für die Schaephuysener so etwas wie ein Wahrzeichen. Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass der Eigentümer, die "innogy Netze Deutschland", den kleinen Turm zum Verkauf anbietet. Nun hat sich ein Käufer gefunden: die St.-Nikolaus-Schützenbruderschaft aus Rheurdt. Volker Berendes und Hans Gerd Truyen haben für den Verein, Michael Sonfeld für die "innogy" den Vertrag unterzeichnet. Die Schützen wollen die Turmstation als Lagerraum für ihre Festutensilien nutzen. Sie sind froh, damit auch einen Beitrag zum Erhalt des Ortsbildes zu leisten.

"In der Initiativgruppe Dorfbild haben wir uns fast ein Jahr mit der Umsetzung von ,Schaephuysener Ideen' in, am und um den Turm herum befasst, bis er letztendlich Nachnutzer gefunden hat", berichtet Michael Sonfeld, der nicht nur "Turmbeauftragter" des Energieunternehmens ist, sondern auch ein Rheurdter. Er kümmert sich seit Jahren um die Entwicklung und Nachnutzung von mehr als 35 solcher Turmstationen in der Region. Ähnliche Projekte hat er unter anderem in Kranenburg und in Kalkar in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren umgesetzt. Die markanten Gebäude waren einst für die Stromversorgung in den Ortschaften notwendig, doch meist erfüllen sie heute keinen Zweck mehr. Da viele Menschen sich jedoch an die "Türmchen" im Ortsbild gewöhnt haben, bietet das Unternehmen sie zum Kauf an.

Die Rheurdter Schützen hätten ein schlüssiges Nachnutzungskonzept vorgelegt, mit Lagerraum, Außengestaltung und Artenschutzmaßnahmen, heißt es in einer Pressemitteilung der "innogy".

Tatsächlich hat die Bruderschaft mehr mit dem kleinen Turm vor, als nur Dinge abzustellen. So sollen Insekten- und Bienen-Hotels aufgestellt werden, rund um das Gebäude soll eine "Blühwiese" entstehen. Der Turm selber soll mit Fledermaus- und Schwalbenbesatz ein "Artenschutzturm" werden, als Ergänzung zum benachbarten Landwehrbach, der seit der Renaturierung durch die Lineg wieder ein Biotop für viele Tiere geworden ist. Nisthöhlen für Turmfalken, Schleiereulen und weitere heimische Vogelarten stehen auch auf der Wunschliste der Schützen. Außerdem wird überlegt, die Turmstation mit einer dezenten LED-Beleuchtung auch nachts in einen Hingucker zu verwandeln.

"Wir haben mit dem Heiligenhäuschen am Burgweg große Erfahrungen mit der Erhaltung von Baudenkmälern", sagt Volker Berendes. Im Rahmen des "innogy"-Projekts "Aktiv vor Ort" sollen die genannten Arbeiten durch engagierte Ehrenamtler umgesetzt werden.

Quelle: RP
 
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