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Moers
Richard III. kommt ins Schlosstheater

Moers: Richard III. kommt ins Schlosstheater
Dramaturg Georg Mellert (links) und Regisseur Ulrich Greb mit einem Kostüm, das Hauptdarstellerin Marisa Möller in der Inszenierung tragen wird. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Das Moerser Ensemble führt William Shakespeares Drama auf. Premiere ist am 3. Februar. Von Ulrike Rauhut

Es beginnt mit einem Monolog, in dem die Hauptfigur erklärt alles tun zu wollen, um den Thron von England zu erringen, und mündet in ein Gemetzel mit insgesamt neun Morden. Eines der frühesten historischen Stücke Shakespeares hat sich das Schlosstheater Moers vorgenommen: "Richard III." Das Drama in fünf Akten über den Aufstieg und Fall des englischen Königs entstand im Jahr 1593, hat aber an Aktualität durch die Geschichte hindurch nicht eingebüßt. Denn Shakespeare präsentiert darin das Psychogramm eines wahren Machtmenschen. Gnadenlos zieht Richard, der raffinierte Manipulator, alle Register, räumt Kontrahenten aus dem Weg und macht auch vor dem politischen Mord an seinen Weggefährten nicht halt. Als er sein Ziel erreicht, muss er erfahren, dass die Macht ihren Tribut fordert. Die Mechanismen der Macht und die unbedingte Machterhaltung durch Brutalität und Skrupellosigkeit werden gleichsam parabelhaft vor Augen geführt.

Bis heute liefert Shakespeare mit der Charakterisierung Richards III. die Blaupause für zahlreiche Intrigantenfiguren. Ohne sie konkret zu benennen, sind dem Zuschauer dabei auch Beispiele der aktuellen Weltpolitik gegenwärtig.

Als Dramaturg wurde Georg Mellert für das Stück gewonnen. Ihn reizt besonders, dass die Figuren überzeichnend, fast comichaft verschiedene Charakterzüge darstellen. Zusammen mit Regisseur Ulrich Greb zeigt er in dem dreistündigen Stück, wie die Figur des Richard sich durch die Entscheidung, böse zu sein, verändert und schließlich zugrunde geht. Als Besonderheit hat man sich dazu entschieden, Ensemblemitglied Marissa Möller als Richard III. zu besetzen. Sie tritt mit dem Publikum direkt in Kontakt, bringt es zum Lachen, wickelt es um die Finger. Das Publikum erliegt dem Charme und Charisma der Hauptfigur und wird so gleichsam zum Komplizen ihrer grausamen Machtspiele.

Umgekehrt schlüpfen die Schauspieler Patrick Dollas, Matthias Heße, Frank Wickermann und Holger Stolz in mehrere Rollen, von denen die wichtigsten und stärksten Frauenrollen sind. Die besonderen Verschiebungen und Reibungen, die dadurch entstehen, sollten interessant zu beobachten sein. Für das Bühnenbild zeichnet Birgit Angele verantwortlich. Man kann gespannt sein, welche Effekte sich auf der klinisch weiß gekachelten Drehbühne ergeben und welche Rolle dabei eine Industriewaschmaschine spielt. "Es gibt viel zu entdecken", verrät Greb. Bei den Kostümen, die Michaela Springer entworfen hat, ist der Anklang an historische Kostüme nicht zu übersehen. Viel Blut wird nicht spritzen, denn die Morde werden mit unterschiedlichen Mitteln dargestellt. "Es hört sich zwar nach Splatter an, aber tatsächlich verbrauchen wir nur ganz wenig Blut", erzählt Mellert.

Die Premiere, die fast ausverkauft ist, findet am Mittwoch, 3. Februar, um 19.30 Uhr im Schloss statt. Weitere Spieltermine: 5.und 20. Februar um 19.30, 21. Februar um 18 Uhr, am 18. März um 19.30, am 20. März um 15, sowie am 27. und 29. April um 19.30 Uhr.

Quelle: RP
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