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Moers
Ritter Bürger wirbt für neues Weinsiegel

Moers: Ritter Bürger wirbt für neues Weinsiegel
Moers. Der Neukirchen-Vluyner Marketingexperte Joachim Bürger hat ein neues Betätigungsfeld entdeckt. Als "Komtur von Irland" will er mit Hilfe des "Weltbundes der Weinritter" Weine, Winzer und Weinhändler zertifizieren.Von Jürgen Stock

Joachim Bürger ist vielen bekannt als provokanter Frauenversteher. Auch als Mühlenbesitzer, Märchenfreund und tapferes Schneiderlein hat er sich einen Namen gemacht. Solche Verdienste schreien geradezu nach einem Adelstitel. Den hat dem 67-Jährigen jetzt der "Weltbund der Weinritter" verliehen. Der PR- und Marketingexperte darf sich fortan "Komtur von Irland" nennen. Ein Foto von der Titelverleihung zeigt die Ritter in farbenprächtigen Fantasieumhängen. Vornehmste Aufgabe des Komturs ist derzeit die Einführung eines neuen Gütesiegels für Weine.

Die Idee, Noten für Weine zu vergeben, ist nicht eben neu. Schließlich gibt es Punkte von Parker, Gault Millaut, Falstaff Eichelmann, Meininger, Proensa, Penin, Veronelli und Platter, dazu die Gütesiegel der Landwirtschaftskammern und die Weintrophy des Deutschen Weininstituts. Wozu da ein neues Weinzertifikat? "Die bestehenden Bewertungen sind für die Verbraucher zu sophisticated", stellt Bürger fest. "Wir dagegen wollen das Produkt Wein emotionalisieren." Die Leute wollten keine komplizierten Punkteschemata, sondern einfach wissen, ob der Wein schmeckt oder nicht. Bürger: "Vieles was für den Wein spricht, entfernt sich vom Verständnis der Verbraucher. Die Ursache findet sich in den Schwierigkeiten beim Verstehen von professionellen Weinbeschreibungen, die sich oft im Fachchinesisch selbst ergötzen. Im Grunde wollen Verbraucher beim Wein, ob im Restaurant oder zu Hause, einen gemeinsamen, netten Abend verbringen. Auch wenn alle Sommeliers der Welt, alles über Weine wissen, am Ende des Tages zählen für Verbraucher Geschmack und Bekömmlichkeit.

Joachim Bürger bei einer Zertifizierungs-Zeremonie mit der Weinkönigin Juliane Schäfer, Ordensbruder Fritz Obermeier und Rudolf F. Thomas (von links). FOTO: Herbert Beller

Aber den geschäftstüchtigen Weinrittern geht es nicht nur um den Wein allein. Die gebührenpflichtigen Zertifikate sollen in vier Kategorien verliehen werden: Für den Wein selbst, für Weingüter, für Weinhändler und für Weinkarten in Restaurants.

Eine Prüfkommission aus zwölf Weinrittern legt vierteljährlich nach einem standardisierten Fragebogen fest, wer das Gütesiegel in drei Abstufungen erhält.

Bei 70-prozentiger Übereinstimmung der Auswahlkriterien gibt es die Note "Gut", bei 80 Prozent ein "Sehr Gut" und bei mehr als 90 Prozent ein "Exzellent".

Betriebe, die die Kriterien nicht zureichend erfüllen, werden nicht aufgenommen, müssen für die Prüfung allerdings auch nichts zahlen. Ein Gewinner wurde bereits im vergangenen Herbst zertifiziert: Das Weingut und Restaurant Dohlmühle im rheinhessischen Wiesbachtal erhielt von den Weinrittern ein "Exzellent."

"Wir kennen seit Jahren die Qualität der Dohlmühle. Rolf von der Heide versteht es, seine Kochkunst mit dem Weinangebot so abzustimmen, dass beides zusammen immer ein Geschmackserlebnis ergibt", betont der niederrheinische Weinritter, dessen irländischer Titel sich überwiegend der Tatsache verdankt, dass er dort einen Zweitwohnsitz unterhält.

Bürgers Hauptzielgruppe ist der Lebensmitteleinzelhandel: "Dort werden in Deutschland 60 Prozent der Umsätze mit Wein erzielt", sagt Bürger. Mitte dieses Monats will er gemeinsam mit Edeka im Vluyner Markt von Raber und Rheingans einen ersten Feldversuch starten.

Langfristig hat der "Komtur von Irland" aber den internationalen Markt ins Visier genommen. "Vor allem China und die USA", betont Bürger. Dies seien Länder, in denen deutscher Wein wenig bis gar nicht bekannt sei. Ein Zertifikat des "Weltbundes der Weinritter" könne das möglicherweise ändern. "Ritter", so Bürger, "genießen dort wegen ihrer traditionellen Tugenden ein sehr hohes Ansehen. Wenn die zwölf Ritter der Tafelrunde im Weltbund der Weinritter e.V. ein Gütesiegel vergeben, dann können sich Verbraucher auf die Empfehlung der Ritter verlassen." Zudem seien die Prämierungen so zugeschnitten, dass auch Discounter-Weine preiswürdig sein könnten. In Deutschland hat immerhin schon der Badische Winzerkeller, Deutschlands größte Winzergenossenschaft, Interesse an dem Konzept bekundet. Die Genossen in Breisach bereiteten den Weinrittern bei deren jüngsten Weinkonvent im Herbst einen würdigen Rahmen.

Kontaktadresse: Rudolf F. Thomas Tel.: 0931/46 58 39 02 Mobil: 170 21 26 13 8 E-Mail: presse@wdw-weinritter.com

Quelle: RP
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