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Moers
Sarpei und Neururer coachen Schwafheimer

Moers. Durch eine 25:1-Niederlage wurde der Sender Sport 1 auf die zweite Mannschaft des SVS aufmerksam. Jetzt besuchte ein Fernsehteam die Mannschaft, die zum Abschluss gegen Preußen Vluyn II gespielt hat. Von Peter Gottschlich

Peter Neururer ist gut gelaunt. "Ich mache jetzt Werbung für Valium-Tabletten", scherzt der 62-jährige Fußballer und Trainer, als er im Vereinsheim des SV Schwafheim sitzt und gefilmt wird. Dabei ist er ein Temperamentsmensch, der schon einmal laut wird, zum Beispiel bei Talkshows wie Doppelpass im TV. "Wir sind die Specialgang für unlösbare Aufgaben", sagt der Trainer aus Gelsenkirchen, der 14 Vereine aus der ersten und zweiten Liga coachte und meistens vor dem Abstieg bewahrte, unter anderem den VfL Bochum, den 1. FC Köln oder den MSV Duisburg. "Wir können gar nicht gewinnen, sollen es aber."

Hans Sarpei nickt: "Das geht doch." Dann schmunzelt der 41-jährige Mittelfeldspieler und Außenverteidiger, der seine Karriere als Social-Media-Star begann, nachdem er 2012 seine aktive Profizeit bei Schalke 04 beendete hatte. "Wir sind auf einer Baustelle", sagt der Trainer mit A-Lizenz, der 2010 bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika im Team von Ghana spielte. "Wenn du immer Bälle aus dem Netz holst, triffst du das Tor nicht mehr." Diese Baustelle liegt für Sarpei und Neururer, die von ihrem Assistenten Cenny Krause begleitet werden, am Wochenende in der Altdorferstraße in Schwafheim. Hier trainieren sie am Freitag und am Samstag die zweite Mannschaft des SV Schwafheim, während sie gefilmt werden, damit Produzent Andi Barth und Redakteurin Esther Winter für die Sendereihe "Hans Sarpei - das T steht für Coach" eine kommentierende Reportage schneiden können. Diese ist am 23. Mai um 21 Uhr bei Sport 1 zu sehen.

Sie kennen die Geschichte der Kreisliga-B-Mannschaft, die im Oktober beim GSV Moers mit nur sieben Spielern mit 1:25 Toren verlor. Die RP berichtete über dieses Ergebnis, das 2017 wohl die höchste Niederlage im deutschen Fußball war, hieß es beim WDR. Martin Stolz, der stellvertretende SV-Vorsitzende, schickte den WDR-Bericht zu Sport 1, um die Mannschaft für die Sendereihe zu bewerben.

In diesem Format stehen Teams im Mittelpunkt, die gegen den Abstieg kämpfen, sei es in der Kreisliga, der Verbandsliga oder der Regionalliga. Dabei nimmt vor allem Neururer kein Blatt vor den Mund, rastet schon einmal heftig vor der Kamera aus, zum Beispiel jüngst beim Training des Damenteams von FC Hertha Rheidt bei Bonn, weil ein Trainingsplatz fehlte. Das macht er am Wochenende nicht, als er die Torhüter Kai Wiegand und Daniel Bohr trainiert, während Hans Sarpei die Spieler beispielsweise mit Ball um Hütchen dribbeln lässt. Trotz eisigen Windes geben 18 SVS-Spieler alles, darunter auch Spielertrainer Daniel Schäfer (19). Zwischen zehn und 20 eingefleischte SVS-Fan, darunter auch Vorsitzender Horst Keinekort, verfolgen das Training von der Tribüne.

Den roten Aschenplatz haben die beiden Trainer von Martin Stolz gezeigt bekommen: "Wir sind Kinder des Ruhrgebiets. Vor drei Jahren haben wir im DFB-Pokal gegen den FC Kray gespielt. Als Willy Aubameyang aus seinem Auto ausgestiegen ist und den Aschenplatz gesehen hat, ist er direkt wieder gefahren. Wenn wir einmal einen Kunstrasenplatz bekommen, dann einen roten." Damit hat er die Sympathien der beiden Kämpfer, Trainer und Teamspieler gewonnen. Am Sonntag geben die SVS-Spieler alles. Sie laufen gegen die Kicker der zweiten Mannschaft des TuS Preußen Vluyn an, die drei Punkte vor ihnen stehen. Extra für das Fernsehen hat der SVS das Kellerduell verlegen lassen. Am Ende verloren sie 0:3. "Ihr könnt stolz auf euch sein", sagt Sarpei.

Quelle: RP
 
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