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Moers
Schaephuyen feiert seine Feuerwehr

Moers: Schaephuyen feiert seine Feuerwehr
Historische und moderne Fahrzeuge waren beim Brandschutztag in Schaephuysen zu bestaunen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Seit 110 Jahren gibt es den Löschzug - das wurde mit einem Brandschutztag gefeiert. Im Fokus der Retter stehen Kinder, die als Nachwuchs an die Feuerwehr herangeführt werden sollen. Von Peter Gottschlich

Am Samstagnachmittag feierte der Löschzug Schaephuysen seinen 110. Geburtstag mit einem Tag des Brandschutzes. Die Blauröcke warfen einen kurzen Blick zurück. Schließlich haben sie am Niederrhein die Geschichte zweimal mitgeschrieben. "Der Löschzug gehörte 1964 zu den ersten, die eine Jugendfeuerwehr gegründet haben", sagt Löschzugführer Frank Diepers beim Brandschutztag am Samstag, zu dem gut 300 Besucher kamen. "1996 war er wieder einer der ersten, der weibliche Aktive aufgenommen hat. Jenny Kremer ist damals von der Jungendfeuerwehr zu den Aktiven gewechselt."

Auch zum 110. Geburtstag konnte der Löschzug Schaephuysen wieder mit einer organisatorischen Neuerung aufwarten.

"Seit März 2014 bauen wir eine Kinderfeuerwehr auf", berichtet Markus Gehrmann als stellvertretender Löschzugführer. "Die Idee dazu hatte Holger Lamers als Wehrführer für Rheurdt und Schaephuysen. Mittlerweile gehören 19 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren der Kinderfeuerwehr an. Es ist die erste Kinderfeuerwehr im Kreis Wesel. Landesweit zählt sie zu den ersten 20."

Beim Brandschutztag machten die Kinder das, was sie sonst auch machen, wenn sie sich jeden zweiten Mittwochnachmittag am Feuerwehrgerätehaus treffen. Sie erkundeten Feuerwehrfahrzeuge, zum Beispiel eine Magirus-Sirius-Drehleiter mit runder Motorhaube, die von der Freiwilligen Feuerwehr aus Neukirchen-Vluyn zum Brandschutztag nach Schaephuysen gefahren worden war. Oder sie setzten sich in andere Feuerwehrwagen und THW-Autos, die am Samstagnachmittag in der vorher gesperrten Rheurdter Straße standen. Zudem spielten sie, hopsten zum Beispiel auf der Hüpfburg herum.

"Wir führen die Kinder langsam an die Feuerwehr heran", erläutert Betreuer Max Neubert. "Wir zeigen ihnen die Fahrzeuge, organisieren Spielnachmittage oder machen Wasserspiele." Neben ihm kümmern sich noch Martina Schmitt und Alexander Walter um die zukünftigen Jugendfeuerwehrleute. "Kinder erst mit zehn oder elf Jahren für die Feuerwehr zu gewinnen, wird immer schwieriger", begründet Markus Gehrmann die Gründung. "In diesem Alter sind sie schon oft an einen anderen Verein gebunden und wollen nicht mehr wechseln."

Die Jugendfeuerwehrleute zeigten beim Brandschutztag einen Übungslauf, den sie auch beim Landewettbewerb am nächsten Sonntag in Kranenburg bei Kleve vorführen.

Sie rollten Schläuche aus und verbanden sie. 19 Jugendliche zwischen elf und 18 Jahren gehören der Jugendfeuerwehr an. "Andere Löschzüge wären froh, wenn sie einen solchen Nachwuchs hätten", lobt Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen die Kinder- und Jugendarbeit des Löschzuges. Auch einen Dank für die 36 Aktiven hatte er mitgebracht: "Wir brauchen euren Mut und eure Bereitschaft, dort hinzugehen, wo andere weggehen", lobte der Bürgermeister das Engagement der Ehrenamtler.

Quelle: RP
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