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Moers
Schlossgespräche: TTIP betrifft fast jeden

Moers. Um das geplante Handelsabkommen TTIP ging es in der neuen Ausgabe der "Schlossgespräche" am Freitagabend im Moerser Schloss. Auf Einladung des SPD-Stadtverbandes referierte der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel über das umstrittene Abkommen. Er stellte sich den Fragen des zahlreich erschienenen Publikums: Was ist mit unserem Reinheitsgebot? Wie steht es um den gesetzlichen Mindestlohn? Was ist in Zukunft mit Glyphosat? Die Abkürzung "TTIP" steht für "Transatlantic Trade and Investment Partnership", ein noch auszuhandelndes Handels- und Finanzabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA.

Barthel zeigte sich kompetent und durchsetzungsfähig. Er ist einerseits Sprecher der Arbeitsgruppe "Weltwirtschaft" der SPD-Bundestagsfraktion, andererseits Mitglied und stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Bundestages. Er wirkt zuweilen nachdenklich zuhörend, wenn die Diskussion, so wie beim Schlossgespräch, mal etwas hitzig wird. Zu sehr interessiere ihn doch das Wohl der Menschen und das der Welt. "Die Sicherung der Sozial- und Umweltstandards, zu denen für mich vor allem die Arbeitnehmerrechte, die gesundheitliche Daseinsvorsorge sowie der Verbraucherschutz zählen, ebenso wie die Friedenssicherung und der Klimaschutz sind aus meiner Sicht bei allen derzeit zur Debatte stehenden Freihandelsabkommen, ob 'TTIP' oder 'CETA', wichtiger als ein übersteigerter Anspruch auf Wirtschaftswachstum und erfolgreiche Finanzrenditen", machte Barthel deutlich. "CETA" steht für "Comprehensive Economic and Trade Agreement" und bezeichnet ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada.

Trotz seiner Bedenken gegenüber "CETA" und "TTIP" halte Barthel daran fest, sich an den Abstimmungsprozessen weiter zu beteiligen, um möglichst überall auf der Welt, so seine Absicht, einheitliche Standards in relevanten Lebens- und Wirtschaftsangelegenheiten zu erzielen.

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