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Moers
Schöner "Klangzauber" mit Klarinettenquintetten der Klassik

Moers. Unter dem Titel "Klangzauber" stellte die Reihe der Städtischen Konzert im Martinstift jetzt die großen Klarinettenquintette der Klassik und Romantik vor: Mozarts A-Dur-Quintett KV 581 und Brahms' h-Moll-Quintett op. 115. Der verheißungsvolle Titel und das attraktive Programm bescherten den Künstlern einen voll besetzten Kammermusiksaal.

Zu Gast waren Solisten der Düsseldorfer Symphoniker: Wolfgang Esch (Klarinette), Pascal Thery und Ildikó Antalffy (Violinen), Ralf Buchkremer (Viola) und Michael Flock-Reisinger (Violoncello). Fünf gut ausgebildete Musiker mit langjähriger Orchestererfahrung, die sich für diesen Abend zu einem Quintett zusammengeschlossen hatten, waren Garanten für eine musikalisch wie technisch solide Interpretation. Mozart liebte die Klarinette wegen ihres Timbres, dessen Ähnlichkeit mit der Singstimme kein Klarinettist des 18. Jahrhunderts vollendeter ausdrücken konnte als Anton Stadler, Klarinettist der Kaiserlichen Hof-Musikkapelle. Mozarts "Stadler-Quintett" begeistert durch seinen klanglichen und melodischen Zauber und bestätigt, wie Richard Strauss schwärmte, den "unerhörten Reiz von Mozarts Melodie und seine Grazie", wobei es die "ganze Skala des Ausdrucks menschlichen Empfindens" präsentiert.

Die fünf Symphoniker erzielten ein Klangbild, in dem Heiterkeit und Trauer miteinander verschmolzen. Ein Ensemblespiel auf betörendem Niveau, das begeisterten Applaus und Bravi erntete. Doch fünf Orchestermusiker, und seien sie noch so gut, bilden noch kein eingespieltes festes Ensemble. Da gibt es Stellen, an denen man das gemeinsame Atmen, das unbedingte gegenseitige Vertrauen und aufeinander Hören vermisst. Das wurde vor allem im Adagio des Brahms-Quintetts deutlich. Auch wenn die Klarinette als führendes und klanggebendes Instrument effektvoll agierte und die Darstellung insgesamt fließend und im Rhythmus subtil bewegt wirkte, waren leichte Trübungen im Zusammenklang des Ensembles nicht zu verkennen, und so konnte die zweite Konzerthälfte nur bedingt an den Klangzauber der ersten anknüpfen. Wieder gab es minutenlangen Beifall, doch ein Da capo wie bei der Uraufführung in der Berliner Singakademie erlebte man im Kammermusiksaal nicht.

(prs)
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