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Moers
Schüler diskutieren über Tablet-Klassen

Moers: Schüler diskutieren über Tablet-Klassen
Diskussionsrunden haben an der Hermann-Runge-Gesamtschule schon Tradition: Jedes Jahr laden Schüler des Projektkurses Sozialwissenschaften Experten zu ihrem "Junior Science Café" ein. Diesmal geht es um digitale Medien. FOTO: Reichwein
Moers. In der Hermann-Runge-Gesamtschule erklären Experten, wie digitale Medien im Unterricht genutzt werden können. Von Natalie Urbig

Mit einem Tablet lernen - wie kann das funktionieren? Die Schüler der gymnasialen Oberstufe der Hermann-Runge-Gesamtschule möchten es genau wissen und haben Experten zu einer Diskussion eingeladen: So wird etwa am Leo- Statz-Berufskolleg in Düsseldorf in sogenannten I-Pad Klassen gearbeitet. Dirk Stöfken und zwei Schüler erzählen von ihren Erfahrungen. Auch Olaf Finke und Thomas Giesen - zuständig für den Fachbereich Schule und Sport der Stadt Moers - beantworten den Schülern ihre Fragen. Denn auch an der Runge-Gesamtschule wird überlegt, wie sich Tablets im Unterricht einsetzen lassen: "Momentan befinden wir uns in der Sondierungsphase", sagt Schulleiterin Gerhild Brinkmann.

Wie sieht das Lernen konkret aus?

Dirk Stöfken zeigt als Beispiel die digitale Lernplattform des Berufskollegs: Dort werden etwa Arbeitsblätter hochgeladen, die die Schüler bearbeiten können. Wie auf einem Papierblatt können sie dort Passagen farblich markieren oder sich Notizen machen. Direkt von ihrem Tablet aus lassen sich ihre Ergebnisse sichtbar für alle über einen Beamer präsentieren.

Wie können Tablets angeschafft werden?"Mit Tablet-Klassen haben wir bislang keine Erfahrungen", sagt Giesen. Es gebe ein Schlüsselsystem, nach dem ein PC auf zwölf Schüler komme.

Ein Teil des Budgets könne so umgewandelt werden, dass es statt PCs für Tablets eingesetzt wird. Die Frage ist vielmehr, wie sich die Tablets sinnvoll einsetzen lassen, sagt Finke. Dazu gehöre etwa eine flächendeckende Vernetzung - die Hermann-Runge-Gesamtschule wird zum Jahresende mit WLAN ausgestattet.

Brauchen wir in der Zukunft keine Bücher und Stifte mehr? Einen Vorteil sehen die Schüler der Gesamtschule darin, dass sie nicht mehr viele verschiedene Bücher in der Tasche tragen müssen, weil ein Großteil der Lehrbücher als E-Book zur Verfügung steht. Schülerin Alicia Kremer hat schon die Erfahrung gemacht, dass sich mit dem Tablet bequem unterwegs lernen lässt. Trotzdem sind sich die Experten einig, dass die Bücher nicht mit einem Mal komplett verschwinden werden. Stöfken betont: "Das Lernen findet immer noch im Kopf statt, das Tablet ist kein Wundermittel, sondern eine Unterstützung." Und Alicia Kremer ergänzt: "Ich mache mir zum Beispiel in Lernphasen meine Notizen per Hand", sagt die Schülerin, "weil ich es mir so besser einprägen kann."

Was passiert, wenn der Akku leer ist? Am Leo-Statz-Berufskolleg Düsseldorf sind die Schüler verpflichtet, ihr Gerät immer vollaufgeladen mitzubringen - ein leeres Tablet ist also keine Entschuldigung für nicht mitgebrachte Hausaufgaben. "Einige haben Powerbanks für den Notfall dabei", sagt Stöfken.

Rentiert sich das Lernen mit dem Tablet?

Ob es einen besseren Lernerfolg bietet, will Thomas Giesen nicht beurteilen. Aber von den Schülern werde später im Studium und im Beruf erwartet, dass sie wie selbstverständlich das digitale Werkzeug benutzen können.

Quelle: RP
 
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