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Moers
Schüler legen Sendepause ein

Moers: Schüler legen Sendepause ein
Mit Hilfe der "#Sendepause-App" wurden die Punkte der Teilnehmer gezählt (v.l.: Paul Sager, Luise Ernst, Paula Bickmann, Lennart Sillmann). FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Die Klasse Q1 des Adolfinums schränkt im Rahmen eines AOK-Wettbewerbs ihre Handynutzung ein. Zur Belohnung fahren die Elftklässler nun zu einem exklusiven Konzert in Köln mit Star-DJ Felix Jaehn. Von Marc Latsch

Zwei Monate lang haben sich 32 Schüler des Adolfinums in ihrer Smartphone-Nutzung eingeschränkt, nun erhalten sie den verdienten Lohn. Am 24. Februar geht es für die Teilnehmer aus der Qualifikationsstufe 1 (Q1) zu einem exklusiven Konzert des erfolgreichen DJs Felix Jaehn, der im Kölner Bootshaus nur für die Gewinner der Aktion "#Sendepause" auftreten wird.

Insgesamt 3500 Schüler an rund 420 Schulen in Nordrhein-Westfalen und Hamburg hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Mit Hilfe einer Handy-App wurde der Medienkonsum der Teilnehmer überwacht, für Nicht-Nutzung des Smartphones gab es Punkte. "Mit dem Wettbewerb "#Sendepause" erleben Kinder und Jugendliche, dass sie mir einer Handypause wieder mehr Zeit für andere Dinge haben und sie das Smartphone einfach auch mal abschalten und zur Seite legen können", sagt AOK-Regionaldirektorin Barbara Nickesen. Die Aktion dauerte insgesamt fünf Monate. In jedem Monat gewannen die besten fünf Klassen der Punkterangliste die begehrten Felix Jaehn-Tickets. Im Dezember schob sich das Adolfinum auf die Gewinner-Liste. Stufensprecherin Luise Ernst hat die Teilnahme des Moerser Gymnasiums mitinitiiert. "Eine junge Frau hat an unserer Schule für das Projekt geworben. Wir haben dann überlegt, ob das was für uns wäre, und es auf der Stufenversammlung vorgeschlagen", sagt sie. Während der Schulzeit fiel es den meisten Teilnehmern nicht sonderlich schwer, das Smartphone einmal zur Seite zu legen. Kompliziert wurde es in der Freizeit. "Sehr schwer war es vor allem nach der Schule, abends beim Sport", sagt Teilnehmer Lennart Sillmann. Doch gerade auf diese Zeit kam es besonders an. "Vor allem zwischen 16 und 22 Uhr war es wichtig, gut abzuschneiden. Da gab es noch einmal Bonuspunkte", erklärt Ernst. Die Gymnasiasten haben sich bei der Aktion mächtig ins Zeug gelegt, der anvisierte Geldpreis ist am Ende jedoch nicht herausgesprungen. Hierfür hätte die Q1 über den gesamten Aktions-Zeitraum zu den besten fünf Klassen gehören müssen.

Die Konzertteilnahme ist jedoch mehr als ein Trostpreis. "Felix Jaehn ist ein Weltstar", schwärmt Teilnehmerin Paula Bickmann. Und wirklich: Der House-DJ gehört zu den ganz Großen seines Fachs. Als erster deutscher Interpret seit Milli Vanilli 1989 erreichte er 2015 wieder den ersten Platz der US-amerikanischen Single-Charts. Der große Name und der Konzertbesuch mit Freunden motiviert auch solche Gewinner, die in ihrer Freizeit ganz andere Musik bevorzugen. Zudem lockt auch der Ausflugscharakter. Rund um das Event werden die Schüler komfortabel von einem Bus nach Köln und wieder zurück nach Moers gebracht. Beratungslehrer Tim Herrmann hat sich als bekennender Metal-Hörer aber dann doch nach Alternativen umgesehen. "Es haben sich zwei Kollegen als Begleitung gefunden, denen die Musik dann doch etwas mehr zusagt", gesteht er. Außerdem sei der Erfolg eh alleine den Schülern zuzurechnen. "Sie haben das Projekt ganz selbstständig auf die Beine gestellt. Ich war da nur im Hintergrund tätig", sagt er.

Quelle: RP
 
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