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Rheurdt
Schulgelände wird weitgehend zurückgebaut

Rheurdt. Die Pläne für das neue Baugebiet im Rheurdter Ortskern betreffen das Grundstück der Martinusschule. Von Peter Gottschlich

Zurzeit befindet sich am Schulweg noch die Martinusgrundschule. Nach den Sommerferien soll sie in das Gebäude der einstigen Hauptschule am Meistersweg umziehen. Dann will die Gemeinde das gesamte Gelände großräumig überplanen, das zwischen Duffhausgraben sowie Bahn- Rathaus- und Kirchenstraße liegt. 50 Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften sollen dort entstehen.

"Wir sind noch ganz am Anfang", sagt Norbert Schauerte-Lüke. Der Kamp-Lintforter Architekt stellte am Donnerstagabend einen Bebauungsplanentwurf vor, als der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Ökologie tagte. Die Ausschussmitglieder sprachen sich für die Variante aus, bei der das Schulgelände weitgehend zurückgebaut wird. Erhalten bleiben sollen die Turnhalle und eventuell das ursprüngliche Schulgebäude, das um 1930 zweigeschossig aus Backstein gebaut wurde und mit einem Walmdach bedeckt ist.

Autos sollen das Wohngebiet über eine Erschließungsstraße erreichen, die am Gebäude der Schreinerei Haffmanns, das abgerissen werden soll, an der Rathausstraße einmünden könnte. Weitere Einmündungen könnten an der Kirchenstraße und beim Landhandel Baumanns entstehen. Hinzu kommen Erschließungen für Fußgänger und Radfahrer, beispielsweise über eine verlängerte Aldekerker Straße an der Bäckerei Hoenen vorbei.

Die ersten Untersuchungen, die notwendig sind, um den Bebauungsplan zu ändern, liegen vor, beispielsweise Schallgutachten, Bodengutachten und eine Untersuchung zum Artenschutz. "Es gibt in dem Gebiet Fledermäuse", sagt der planende Architekt. "Es ist teilweise ein seltener Plaggeneschboden und am Duffhausgraben ein Niedermoor. Der Plaggeneschboden ist stark überformt worden."

Da bei Boden und Artenschutz keine Bedenken bestehen, kann das Verfahren weitergehen, wobei das Gelände zur Rathausstraße hin kein reines Wohngebiet werden soll, sondern ein Mischgebiet, in dem auch leise Gewerbebetriebe erlaubt sind. Im nächsten Schritt hat die Gemeindeverwaltung mit der Umlegungsgeschäftsstelle des Kreise Kleve zu sprechen, um den ökologischen Flächenausgleich sicher zu stellen. Dann beginnen die konkrete Erschließungsplanung und die Umweltplanung, die mit einer eingedampften Umweltverträglichkeitsprüfung zu vergleichen ist. "Im Sommer startet die Behörden- und Bürgerbeteiligung", blickt Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen in die Zukunft. Wenn alles gut läuft, kann der Ausschuss für Gemeindeentwicklung im Herbst den neuen Bebauungsplan beschließen. Grundstückspreise stehen noch nicht fest. "Die Bebauung ist aufwendiger, da das Gelände teilweise moorig und torfig ist", sagt Schauerte-Lüke.

Quelle: RP
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