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Moers
Schulwende in Moers: Gymnasien sind auf dem Weg zu G 9

Moers. Zwar will keiner der Schulleiter sich festlegen, doch dürfte es in Moers bald wieder neun Jahre bis zum Abitur dauern. Von Jürgen Stock

Im Koalitionsvertrag haben CDU und FDP sich im Prinzip auf die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren verständigt. Ausnahmeregelungen sollen jedoch weiterhin möglich bleiben.

Ob die Moerser Gymnasien davon Gebrauch machen, erscheint nach einer Umfrage unserer Zeitung mehr als fraglich. Zwar verwiesen alle Schulleiter der vier Moerser Gymnasien sowie des Kamp-Lintforter Georg-Forster-Gymnasiums darauf, dass noch genauere Regelungen der Landesregierung abgewartet werden müssen, bevor die entsprechenden Schulgremien einen Beschluss fassen könnten. "Schüler und Eltern sind mit ihrer Schule zufrieden", betont Hans van Stephoudt, Leiter des Adolfinums. Er hält es grundsätzlich für falsch, dass die Schule die Entscheidung treffen soll.

Arndt van Huet, Direktor am Gymnasium Filder Benden verwies auf die Tradition des deutschen Bildungssystems. Hier seien die Pflegen von speziellen Interessen, etwa im Sport oder der Musik, in den Freizeitbereich verlagert. Das sei leichter mit G 9 zu vereinbaren. "Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Die Entscheidung trifft die Schulkonferenz."

Hans Jürgen Hucks vom Grafschafter Gymnasium, hat an seiner Schule bislang noch keine dezidierte Stimmung gegen G 8 feststellen können.

Für ihn ist wichtig, dass eine einheitliche Schulstruktur erhalten bleibt und das Land schnell die neuen Lehrpläne zusammenstellt. "Ich kann nur hoffen, dass das geordnet stattfinden wird."

In spätestens einem halben Jahr müsse Klarheit bestehen, welche Richtung eingeschlagen wird.

Dirk Mennekes, Leiter des Gymnasiums Rheinkamp, betonte ebenfalls, dass zunächst einmal geklärt werden müsse, unter welchen Bedingungen G 9 wieder eingeführt werden soll. "Was ist zum Beispiel mit der zweiten Fremdsprache?" Für ihn ist entscheidend, dass alle Schulen eine einheitliche Linie in Moers verfolgen, damit Schüler problemlos innerhalb der Stadt wechseln könnten.

Seine Schule kooperiert eng mit dem Georg-Forster-Gymnasium in Kamp-Lintfort. Daher sollten Entscheidungen oder G 8 oder G 9 möglichst zwischen den Schulen abgesprochen werden. Alexander Winzen, Leiter der Kamp-Lintforter Schule, geht davon aus, dass man sich nun auf G 9 einstellen müsse, "auch wenn G 8 bei uns an der Schule gut funktioniert hat." Unter G 9 würde es künftig aber wieder einfacher sein, etwa ein Auslandschuljahr zu machen."

Allerdings sollte die Landesregierung eines bedenken: "Mit einer neunten Jahrgangsstufe hätte allein unsere Schule einen Bedarf von vier bis fünf Stellen zusätzlich."

Quelle: RP
 
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