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Rheurdt
Schwimmfreunde übernehmen Bad

Rheurdt. Die Schwimmfreunde Rheurdt stimmen zu, auch das Gebäude des Hallenbades zu übernehmen, so wie sie vor vier Jahren den Schwimmbetrieb übernahmen. Dazu können sie das Grundstück mit Liegewiese für einen symbolischen Euro von der Gemeinde kaufen. Am kommenden Montag entscheiden die Ratsmitglieder über dieses Vorhaben, nachdem am vergangenen die Mitglieder des Hauptausschusses sich für dieses Vorgehen ausgesprochen hatten. Allerdings vertagten sie ihre Entscheidung, weil SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Fronhoffs Beratungsbedarf angemeldet hatte.

Er will das Vertragswerk noch von Fachleuten der SGK prüfen lassen, der Kommunalen Gemeinschaft der Sozialdemokraten. Denn es ist umfangreich, weil es neben dem eigentlichen Kauf auch die jährlichen Zuschüsse regelt. Die Schwimmfreunde Rheurdt, die seit 1. Januar 2012 für den Betrieb des Hallenbades zuständig sind, erhalten 80 000 Euro im Jahr. Sie sind ein Zuschuss zu den laufenden Kosten, beispielsweise für Wasser, Erwärmung des Badewassers oder Strom für die Umwälzpumpen. Ferner umfassen sie Gelder für Sanierungsmaßnahmen, die bereits 2011 von der Gemeinde zugesagt waren. "Für die nächsten zehn Jahre ist diese Summe festgelegt", sagte Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen.

Danach wäre sie neu auszuhandeln. Denn der Vertrag mit den Schwimmfreunden läuft bis zum 31. Dezember 2048. Die Gemeinde könnte den Vertrag unter bestimmten Bedingungen kündigen, beispielsweise wenn die Schwimmfreunde keinen ordnungsgemäßen Badbetrieb sicherstellen würden. Gleichzeitig könnten die Schwimmfreunde aussteigen, etwa wenn sie nicht mehr genügend Mitglieder hätten, ohne deren Beiträge und ehrenamtlichen Arbeiten ein Badbetrieb nicht denkbar wäre. Diese Anzahl steigt aber. Ende 2012 gab es 800 Schwimmfreunde, Ende 2015 waren es bereits 1500.

"Wir leisten jährlich mehr als 2000 Stunden ehrenamtliche Arbeit", berichtete Thomas Goetzens als 1. Vorsitzender, als er die Arbeit der Schwimmfreunde zusammen mit dem 2. Vorsitzenden Andreas Groos vorstellte. "Im Wesentlichen wird diese Arbeit durch 30 Vereinsmitglieder geleistet." Er ist mit dem Vertrag zufrieden, den Verein und Gemeinde seit dem Herbst 2015 in vielen Gesprächen aushandelten. "Mit dem neuen Vertrag übernehmen wir als Verein zusätzliche Lasten von 20 000 Euro pro Jahr gegenüber dem aktuellen Vertrag", sagt er. "Aber er gibt uns Planungssicherheit für Betrieb und Investitionen. In diesem Jahr steht ja die Sanierung der Fensterfassade an." Auch Kleinenkuhnen ist mit dem Vertrag zufrieden. "Damit sind die Schwimmfreunde für die Hülle des Hallenbades zuständig", sagt er. "Das ist konsequent. Sie sind viel näher dran als die Mitarbeiter des Rathauses."

(got)
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