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Moers
Sechs Jahre Haft für Überfälle auf Lieferfahrzeuge

Moers. Das Landgericht hat einen Mann aus Moers wegen schweren Raubes zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nach der Überzeugung der Kammer war der 24-Jährige an drei Überfällen auf Auslieferungsfahrer beteiligt. Der Mitangeklagte wurde freigesprochen. Von Birgit Lameyer

Der 24-Jährige hatte bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt, an den Überfällen auf Auslieferungsfahrer einer Kamp-Lintforter Bäckerei beteiligt gewesen zu sein. Im Februar und im März hatte es drei bewaffnete Überfälle in Moers, Wuppertal und Hamm gegeben, bei denen mehrere zehntausend Euro erbeutet wurden. Der Angeklagte gab an, hohe Schulden beim Pokern gemacht zu haben. Er sei von Mittätern, die er nicht nennen wolle, unter Druck gesetzt worden. Sein Verteidiger hatte statt einer Mittäterschaft nur Beihilfehandlungen seines Mandanten gesehen und eine milde Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten beantragt. Der Angeklagte habe lediglich als Fahrer fungiert. Dazu sei er von Männern aus dem Rockermilieu gedrängt worden. Dass er lediglich eine Nebenrolle gespielt habe, zeige sich auch darin, dass er nur einen Bruchteil der Beute erhielt, die er später auf sein Konto einzahlte. "Wir haben keinen Beweis dafür, dass die Rocker nicht im Spiel gewesen sind", sagte der Verteidiger. Auch sei der 24-Jährige nicht mit den Opfern in Kontakt gekommen. Bei dem Überfall in Moers war dem Fahrer eine Pistole auf den Hinterkopf geschlagen worden, so dass er eine Platzwunde davontrug. Das Gericht kam dieser Wertung nicht nach.

Die Staatsanwaltschaft hatte auch die Schuld eines mitangeklagten 26-Jährigen als erwiesen gesehen und eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten beantragt. Die Kammer sprach ihn frei, weil die Schuld nicht hinreichend erwiesen war. Das Gericht sprach - wie von der Staatsanwaltschaft beantragt - beide Angeklagte vom Vorwurf einer Beteiligung am Überfall auf den REWE-Markt in Repelen frei. Die Ermittler hatten im November 2016 gemutmaßt, dass Insiderwissen vorlag. Sie gingen davon aus, dass der 26-Jährige nicht ahnungsloses Opfer des Überfalls gewesen war, sondern die Tat unterstützt hatte. Verdächtig sei gewesen, dass die Kabelbinder an seinen Händen mangelhaft befestigt waren.

Quelle: RP
 
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