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Moers
Seit 32 Jahren engagiert fürs ComedyArts-Festival

Seit 32 Jahren engagiert fürs Comedy Arts-Festival 2016 in Moers
Ehrenamtler Martin Kniep engagiert sich fürs Comedy Arts. FOTO: kdi
Moers. Martin Kniep ist einer von 100 Ehrenamtlichen und seit 1987 dabei: Als "Mädchen für alles", Künstlerbetreuer und Fahrer. Er kannte Helge Schneider und Piet Klocke schon, als sie noch unbekannt waren. Von Ulrike Rauhut

"Die erste konkrete Erinnerung habe ich an einen Auftritt von Eisi Gulp. Das war 1987", erzählt Martin Kniep. Er war Anfang 20, als er zum ersten Mal über die Mauer gelugt hat, um einen Blick auf die Bühne im Schlosshof zu erhaschen, wo gerade das "Folk & Fool-Festival" gespielt wurde. "Ich wurde erwischt und von dem damaligen künstlerischen Leiter Werner Schrick dazu verdonnert, an der Mauer Wache zu stehen und andere Neugierige wegzuschicken, die keinen Eintritt zahlen wollten. So fing alles an." Seitdem gehört Kniep, der heute 52 Jahre alt ist und eine Gartenbaufirma hat, zum harten Kern der ehrenamtlichen Helfer des Internationalen ComedyArts-Festivals, wie es seit 1990 heißt.

Es blieb nicht beim Schmierestehen. "Ich fand's spannend, durch den Freitzeitpark und die Fußgängerzone zu spazieren, wo an vielen Stellen etwas los war", erzählt Kniep. Und dann hieß es einspringen, wenn irgendwo irgendwer irgendetwas brauchte. An die französische Gruppe "Pesce Crudo" erinnert er sich gut. Die machten eine verrückte Show mit einem schwarzen Cubus. Und plötzlich hieß es: "Besorg mal ein Schweißgerät und 12 Bananen. Jetzt sofort." Wie sollte das bitte gehen? An einem Sonntagmittag? Das mit dem Schweißgerät erwies sich als lösbar. Schwieriger waren die Bananen. "Lass uns bei der Eisdiele fragen - die haben doch immer Banana Split", kam einem Kumpel die rettende Idee.

Und so war es immer. Zuerst Panik und Überforderung, anschließend eine kreative Lösung. Zur Not musste halt improvisiert werden. Denn Improvisation und Spontaneität zeichneten das Festival in den Achtzigern zuallererst aus.

Kniep muss lachen, als er sich an die Sache mit den Schuhen erinnert. Der Künstler hieß Arthur und präsentierte beim Straßentheater eine Nummer auf dem Hochrad. "Ich finde meine Schuhe nicht!", erreichte die Helfer der Hilferuf. Schnell zu Deichmann gerannt und schwarze Schuhe in der richtigen Größe besorgt. Als Arthur den Karton entgegennimmt, schon mitten in der Vorführung, die er auf Strümpfen begonnen hat, findet er darin - zwei linke Schuhe.

So begeistert war Kniep vom Straßentheater, dass er sogar mit zu Theaterfestivals in ganz Europa reiste, um nach Talenten Ausschau zu halten und sie nach Moers einzuladen. Im Laufe der Jahre hat er schon so ziemlich alles gemacht, was rund um das Festival anfällt.

Und es ist nicht wenig, für das die rund 100 Ehrenamtlichen eingesetzt werden. "Vom Einlass über das Catering bis zur Bühnenarbeit während der Show. Und dann natürlich solche Dinge wie Stühle transportieren und Prospekte auslegen", zählt Kniep auf. Seit einigen Jahren betätigt er sich als Fahrer für die Künstler. Er genießt die persönlichen Begegnungen und zwanglosen Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten. Und deren Dankbarkeit, wenn die Helfer sich über das übliche Maß hinaus kümmern. Die drei Mädels von "Passe-pieds" sind ihm vor Freude um den Hals gefallen, als er ihnen vegetarisches Essen organisiert hat.

Über die Jahre hat er nicht nur mehr als 20 Festival-T-Shirts gesammelt, sondern auch beobachtet, wie aus eher unbekannten Namen Prominente wurden. Beispielsweise Piet Klocke, Helge Schneider oder Gerburg Jahnke. Dass das Festival 2014 nach 18 Jahren vom Kastellplatz in die Halle umgezogen ist, bedauert Martin Kniep. "Zwar ist alles professioneller, planbarer, sicherer geworden, auch durch die bekannten Namen. Mir persönlich gefiel die Atmosphäre am Schloss aber besser und auch, dass man sich von unbekannten Künstlern überraschen lassen konnte." Schafft Kniep es denn bei all dem Einsatz, sich selbst das Programm anzuschauen? "Na klar, da sprechen wir uns im Team ab. In diesem Jahr will ich unbedingt die ,Men in Coats' sehen. "

Quelle: RP
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