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Moers
Seit 43 Jahren treffen sich die Junggärtner

Moers: Seit 43 Jahren treffen sich die Junggärtner
Der Moerser Werner Gilbers trat 1952 der Junggärtnervereinigung bei. Er hilft bei der Organisation der Ehemaligentreffen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Die Junggärtnervereinigung existiert zwar schon seit 1966 nicht mehr. Dennoch sind die ehemaligen Mitglieder in Kontakt geblieben. Von Jutta Langhoff

"Liebe Kolleginnen und Kollegen der ehemaligen Junggärtner-Vereinigung Moers." Die Anrede ist jedes Mal die gleiche, ebenso wie der nachfolgende Satz: "Wir möchten Euch zu unserem diesjährigen Treffen ganz herzlich einladen." Genau 43 Jahre ist es jetzt her, dass der aus Kamp-Lintfort stammende Gärtner Heinz Schabrocker erstmals für seine einst in der "Junggärtnervereinigung des Kreises Moers" vereinten Kollegeninnen und Kollegen ein Ehemaligentreffen in der Rumelner Gaststätte "Waldborn" organisiert hat.

Damals bestand die 1948 von Wilhelm Glücks und drei weiteren Gärtnermeistern gegründete Gemeinschaft zwar noch, war aber im Laufe der Jahre von anfangs gut 60 auf inzwischen weniger als 15 Mitglieder zusammengeschrumpft, sodass niemand wusste, wie viele überhaupt kommen würden. Zu Schabrockers Erstaunen kamen mehr als 70, und so folgten dem ersten Treffen bald weitere, bis daraus schließlich eine bis heute andauernde, jährliche Tradition wurde.

In diesem Jahr geht es am morgigen Sonntag in einer dreieinhalbstündigen Kaffeefahrt mit dem Schiff zu den "vergessenen" Häfen in Duisburg-Ruhrort. "Wir rechnen mit etwa 30 Teilnehmern", erklärt Werner Gilbers, der seinen Kollegen Schabrocker bei der Organisation unterstützt. "Früher dauerten die Treffen länger, aber die meisten von uns sind inzwischen schon um die 80. Da darf es schon mal ein bisschen gemütlicher sein."

Der Moerser Gärtner und Floristikmeister war 1952, zu Beginn seiner Gärtnerlehre, bei der Xantener Gärtnerei van Webber, der zu diesem Zeitpunkt erst vier Jahre alten Junggärtnervereinigung beigetreten. Noch gut erinnert er sich an an die Aktivitäten. "Wir waren damals rund 60 Lehrlinge und junge Gesellen aus allen Sparten des Gärtnereiwesens, also aus dem Gemüse-, Blumen- und Zierpflanzenbau, dazu Friedhofsgärtner und auch Floristen und Floristinnen. Man traf sich regelmäßig einmal im Monat zu Vorträgen zum Beispiel über neue, maschinelle Pflanzmethoden oder zu Exkursionen nach Holland und zu diversen Bundesgartenschauen", erzählt er.

Natürlich wurde auch viel gemeinsam gefeiert. So fand damals fast 30 Jahre lang jedes Jahr im Sommer in der Rumelner Gaststätte "Waldborn" ein großes, zwei Tage dauerndes Blumenfest mit mehr als 300 Besuchern statt. Dafür wurde der Festsaal regelmäßig nach einem bestimmten Motto mit tausenden von Blumen geschmückt und dekoriert, und eine Blumenkönigin gab es auch.

Die Junggärtnervereinigung des Kreises Moers galt seinerzeit als aktivste ihres Standes. Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre stellte sie mit Walter Orphey sogar den Landesvorsitzenden der bundesweiten "Arbeitsgemeinschaft der deutschen Junggärtner". Fast ein Vierteljahrhundert sorgte jedoch vor allem Wilhelm Glücks als Vorsitzender dafür, dass die Gemeinschaft der Moerser Junggärtner im wahrsten Sinne des Wortes "blühte". Dann gab er sein Amt an einen jüngeren Nachfolger ab.

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Interesse der Jugendlichen an einer Mitgliedschaft aber schon merklich nachgelassen. Am 7. November 1966 löste sich die Vereinigung endgültig auf. Was blieb, waren die regelmäßigen jährlichen Ehemaligentreffen, bei denen die alten Erinnerungen weiterhin frisch gehalten werden.

Quelle: RP
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