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Moers
Senioren wollen den Flüchtlingen helfen

Moers: Senioren wollen den Flüchtlingen helfen
Amar Azzoug, der Vorsitzende des Bunten Tisches Moers, erläuterte den Zuhörern die Arbeit seines Vereins. Gleichzeitig beantwortete er Fragen zur Containerunterkunft an der Rathausallee. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Bei einer Informationsveranstaltung des Awo-Ortsvereins Rheinkamp ließen sich rund 40 Personen über die Situation der Moerser Asylbewerber aufklären. Die Fragen drehten sich auch um die geplante Unterkunft an der Rathausallee. Von Markus Plüm

Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Veranstaltung in der Begegnungsstätte an der Waldenburger Straße war der Raum vollständig gefüllt. Rund 40 Personen sind einer Einladung der Awo gefolgt, die gestern im Rahmen einer Informationsveranstaltung über die Flüchtlingssituation in der Grafschaft aufklären wollte. Dabei kam auch die geplante Containerunterkunft an der Rathausallee zur Sprache. Die Organisatoren hatten dafür kurzfristig Amar Azzoug für einen Vortrag über die Arbeit des Bunten Tisches Moers gewinnen können. Er stand im Anschluss auch für Fragen zur Verfügung.

Bevor er jedoch das Wort ergriff, wandte sich Organisator Erich Kallmann an die Zuhörer: "Leider ist heute keiner von denen da, die ich immer mal wieder persönlich beobachten konnte und die mit Parolen um sich werfen, dass einem nur so der Kragen platzt." Er habe in den vergangenen Tagen so viele Märchen und Lügen kursieren hören, dass er sich des Öfteren schon habe zusammenreißen müssen. "Wir müssen uns denjenigen, die so einen Mist erzählen, entschlossen entgegentreten und den Mut haben, diese Menschen aufzuklären", appellierte er unter lautem Applaus.

Anschließend ergriff Amar Azzoug das Wort und stellte die Arbeit des Bunten Tisches in einem kurzen Vortrag vor. Dabei ging er auch immer wieder auf die aktuelle Lage der Flüchtlinge und Asylbewerber in Moers ein. "Wir erleben momentan eine sehr wohlwollende Haltung diesen Menschen gegenüber, aber wir müssen uns bewusst sein, dass diese Stimmung auch sehr schnell wieder kippen kann, denn der aktuelle Flüchtlingsstrom ist nur der Anfang, da kommen noch sehr viele mehr."

Derzeit leben laut Azzoug rund 1000 Asylbewerber in Moers leben, hinzu kommen weitere 700 Menschen in Übergangswohnheimen. Wie unsere Redaktion auf Anfrage erfuhr, sollen der Stadt Moers in den nächsten Wochen verstärkt Familien zugewiesen werden. Sie sollen zunächst im Naturfreundehaus untergebracht werden, wo 27 Plätze zur Verfügung stehen. Die Pläne für die Rathausallee blieben davon jedoch unberührt, hieß es. Dort sollen rund 40 alleinstehende Männer demnächst einziehen.

Viele der Anwesenden waren vor allem an diesem Thema interessiert, wie den Nachfragen zu entnehmen war. Vor allem wollten die Zuhörer wissen, wie diesen Menschen am ehesten geholfen werden könne. "Es werden regelmäßig städtische Betreuer das Büro an der Rathausallee besetzen und Sprechstunden anbieten. Diese können auch Sie nutzen", wusste Amar Azzoug zu berichten.

Wichtig sei es daher vor allem, sich selbst ein Bild von der Situation der Asylbewerber zu machen und vor Ort Kontakte zu knüpfen. Jedoch warnte Azzoug aber auch vor den Fettnäpfchen, in die man im persönlichen Umgang mit den Flüchtlingen nur allzu leicht hineintreten könne: "Bitte machen Sie nicht den Fehler und entmündigen Sie diese Menschen, auch wenn Sie es gut meinen. Versuchen Sie bitte unter keinen Umständen, den Flüchtlingen und Asylbewerbern das Leben zu erklären. Glauben Sie mir, wer durch Wüsten und Meere flieht, um sein Leben zu retten, wird in Moers schon klar kommen."

Quelle: RP
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