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Moers/Dinslaken/Voerde/Hünxe
Serieneinbrecher droht eine mehrjährige Haftstrafe

Moers/Dinslaken/Voerde/Hünxe. Das Landgericht verhandelt gegen einen 37-jährigen Dinslakener. Dem Angeklagten wird auch eine Tat in Moers zur Last gelegt. Von Birgit Lameyer

Wegen einer Einbruchserie muss sich ein Mann aus Dinslaken seit gestern vor dem Duisburger Landgericht verantworten. Es geht um insgesamt zwölf Taten, die der Mann zwischen Juli 2014 und August 2015 begangen haben soll. Seit fünf Monaten befindet er sich in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung erwartet ihn eine mehrjährige Haftstrafe.

Die Beute konnte sich sehen lassen: Bis zu 20.000 Euro waren es, um die der Angeklagte und mögliche Komplizen die Opfer jeweils an Geld und Schmuck brachten.

Im Juni 2015 soll der Angeklagte auch einen Einbruch in Utfort begangenen haben. An der Liebrechtstraße soll er an einem Haus das Wohnzimmerfenster aufgehebelt und sich so Zutritt verschafft haben. Die Beute: ein Mobiltelefon, Uhren und Schmuck. Im November 2014 soll sich der 37-jährige Mann in den frühen Morgenstunden Zutritt zu eine Doppelhaushälfte in Dinslaken verschafft haben. Zunächst soll er das Gartentor aufgehebelt haben, um auf die Garage klettern zu können. So kam der Täter durch ein Fenster im Obergeschoss ins Haus, nachdem er die Scheibe einschlug. Schmuck im Wert von knapp 5500 Euro war die Beute in diesem Fall. Im April 2014 soll er in Wesel sogar Schmuck im Wert von 13.000 Euro erbeutet haben. In Voerde sei er gleich in mehrere Häuser durch den Garten über die Terrasse eingestiegen. In einem Fall habe er sogar die Gartenbank zur Hilfe genommen, um auf das Garagendach zu klettern. Bei dieser Tat konnte er über 20.000 Euro erbeuten.

Ein Komplize hatte die Tat bereits gestanden und war wegen Einbruchdiebstahls in zwei Fällen zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. An der Serie im Kreis Wesel sollen mehrere Männer beteiligt gewesen sein. Gegen weitere Personen wird noch ermittelt.

Sowohl bei dem Angeklagten als auch bei befreundeten Ehepaaren waren gestohlene Schmuckstücke sichergestellt worden. Fast alle Tatorte liegen im Kreis Wesel. Der 37-Jährige soll aber auch für den Einbruch in ein Mehrfamilienhaus in Essen verantwortlich sein.

Auch handelte es sich meist um Privathäuser. Allerdings ist auch der Mieter in einem Xantener Kleingartenverein betroffen, der gestern als Zeuge aussagte. Bei ihm sei die Tür aufgehebelt und ein Flachbildfernseher entwendet worden. In einem Bürogebäude in Voerde waren es nur 100 Euro, die gestohlen wurden. In einer Arztpraxis in Voerde ging der Täter leer aus. Er flüchtete, weil er gestört wurde.

Der Mann habe praktisch gewerbsmäßig gehandelt, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Einer der bereits verurteilten Mittäter war über Blutspuren am Tatort ausfindig gemacht worden. Das Gericht hat sich bereits auf die Anhörung einer Vielzahl von Zeugen eingestellt. Der Richter schlug dennoch vor, die recht komplexe Beweisaufnahme abzukürzen und eine mögliche Verständigung herbeizuführen. Der Frage nach einem möglichen umfassenden Geständnis und einer damit einhergehenden milderen Strafe wollte sich der 37-Jährige noch nicht stellen.

Er mache zunächst noch keine Angaben zu den Vorwürfen, weil gestern nur einer seiner beiden Verteidiger anwesend war. Nach einem Meinungsaustausch der Anwälte sei das aber nicht ausgeschlossen.

Der Prozess wird im Juni fortgesetzt.

Quelle: RP
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