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Moers
Sie helfen jetzt Behinderten im Alltag

Moers: Sie helfen jetzt Behinderten im Alltag
Von links: Carola Reise-Einig, Monika Overkamp, Brigitte Balzer, Susanne Lepczynski und Jutta Brillok übergeben das Zertifikat an Alexandra Neuhaus-van den Berg. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Zertifikatübergabe: 21 Frauen haben sich beim LVR zur staatlich geprüften Hauswirtschafterin für Extern ausbilden lassen. Von Gabi Harpers

Um die Qualität der Betreuung im Alltag für Menschen mit Behinderung weiter zu verbessern wurden in einem zweijährigen berufsbegleitenden Kurs 21 Mitarbeiterinnen im LVR-HPH-Netz (Landschaftsverband Rheinland - Heilpädagogische Hilfen) Niederrhein zur staatlich geprüften Hauswirtschafterin für Externe ausgebildet. Carola Reise-Einig, Stabsstelle Hauswirtschaftsmanagement beim LVR-HPH, erläuterte: "Als Behindertenhilfe-Träger betreuen wir rund 40 Standorte mit 680 Bewohnern allein am Niederrhein. Unsere Bewohner sollen sich nicht als Konsumenten erleben, sondern aktiv im Haushalt mitwirken."

Die Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung in ein selbstbestimmtes, inklusives Leben erfordere nicht nur immer mehr pädagogische und pflegerische Fachkompetenz sondern auch mehr hauswirtschaftliche Fachkräfte. Neue, für Bewohner und Bewohnerinnen attraktive, möglichst liberale Wohnformen erforderten auch neue Herangehensweisen in der Hauswirtschaft.

In Kooperation mit der Agentur für Arbeit Wesel und dem Institut für Weiterbildung für NRW im CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands) in Moers fand die 1000 Unterrichtsstunden umfassende nebenberufliche Weiterbildung an zwei Nachmittagen pro Woche statt. Wilfried Kullmann, Teamleiter Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit, Kleve: "Das von uns zu 100 Prozent geförderte Ausbildungsprogramm ist in erster Linie für Mitarbeiterinnen ohne Berufsabschluss oder solche, die vier Jahre und länger nicht mehr in ihrem erlernten Beruf gearbeitet haben, bestimmt." Die angehenden Fachkräfte wurden in allen praktischen und theoretischen Handlungsfeldern der Hauswirtschaft unterrichtet und konnten ihr neues Wissen umgehend im Arbeitsalltag einbringen. Parallel dazu absolvierten weitere 13 Mitarbeiterinnen, die bereits über einen hauswirtschaftlichen Bildungsabschluss verfügten und bisher als hauswirtschaftliche Hilfskräfte eingesetzt waren, erfolgreich eine Anpassungsqualifizierung.

Zu den Lehrgangsinhalten für den Berufsalltag zur Unterstützung von Menschen mit geistiger Behinderung gehörten beispielsweise praktische und theoretische Handlungsfelder der Hauswirtschaft wie moderne Techniken der Nahrungszubereitung, PC-Kenntnisse, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, Budgetplanung, Arbeitssicherheit oder Hygiene und Umweltschutz.

Künftig werde eine Fachkraft pro Wohnbereich mit maximal 24 Bewohnern gemeinsam mit pädagogischem und pflegerischem Fachpersonal eingesetzt werden, so Carola Reise-Einig weiter. Brigitte Balzer, Stellvertretende Fachliche Direktorin beim LVR-HPH-Netz, erläuterte weiter: "Neben qualitativ hochwertigen pädagogischen und pflegerischen Leistungen müssen wir uns als Dienstleister für Menschen mit Behinderung auch im Bereich der Hauswirtschaft professionalisieren. Die alltägliche Hausarbeit im eigenen Zuhause bedeutet für Menschen mit Behinderung einen Gewinn, den sie für sich selbstbestimmt zum Ausbau und Erhalt ihrer Selbstständigkeit nutzen können."

Quelle: RP
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