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Moers
SLaM feiert in Moers das 15-jährige Bestehen

Moers. Auf 15 Jahre Vereinsarbeit von SLaM ist der Vorsitzende Sascha Roncevic mächtig stolz. Das Kürzel steht für Schwule und Lesben aller Generationen, die sich in ihren Moerser Vereinsräumen am Rüttersweg treffen. An die Anfänge des Vereins erinnert sich der Vorsitzende gut. Treffpunkt war zunächst die Alte Volksschule, dann die Räumlichkeiten der evangelischen Gemeinde in Meerbeck. Mehr als 100 Mitglieder hat der Verein, der im Jahr rund 30 Veranstaltungen bietet.

"Uns besuchen nicht nur Schwule, Lesben oder Transgender, sondern Menschen, die unsere Veranstaltungen gut finden", sagt der Vorsitzende Roncevic. Gemeinsam wird gekocht, Freizeitaktivitäten gestartet oder aber Info-Abende veranstaltet. Von gemischten Themen spricht Ronvecic, die Jung und Alt ansprechen. Die Jugend ist stark vertreten. Der SlaM-Verein ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und aktives Mitglied des Stadtjugendrings. Der Austausch zwischen Jung Alt geschieht beispielsweise am 3. Dezember beim Generationen-Café. "Alle Altersgruppen sind vertreten. Dabei erfährt die Jugend von Zeitzeugen, wie sie damals als Homosexuelle ihre Situation in der Gesellschaft erlebt haben oder wie ihre Familie damit umging", so Roncevic. "Mancher kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, welche Welle in den 1990 Jahre eine Folge der Lindenstraße mit dem legendären Kuss von zwei Männern ausgelöst hat."

Heute sei man in Deutschland besser aufgestellt. "Die Akzeptanz von Schwulen und Lesben wurde besser. Seit der Öffnung der Ehe ist die mediale Präsenz stärker", so seine Beobachtungen. Nach wie vor bleibt "schwul" ein Schimpfwort, auch die politische Bewegung aus konservativen wie religiösen Kreisen sei stärker geworden. "Bei uns in Moers läuft es gut. Aber unsere Aufgabe bleibt es, in der Öffentlichkeit und an Schulen für mehr Informationen zu sorgen. Wir verstehen uns als Brückenbauer. Der Dialog ist wichtig, um Akzeptanz zu schaffen", so der Vorsitzende, der auf ein alltägliches Beispiel wie die Arbeitswelt hinweist. Ein homosexueller Kollege wird nicht immer akzeptiert, sondern mit Klischees belegt.

Kooperationen bestehen mit dem Bollwerk, SLaM ist Mitveranstalter des Kulturfestivals Queer Life Duisburg, nimmt am Christopher Street Day in Duisburg und Essen teil. Dass der Verein mit seinem Angebot auf dem richtigen Weg ist, zeigt seine Bekanntheit. "Wir sind keine Großstadt, haben aber landesweite Strahlkraft."

(sabi)
 
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